Auf Pflegeprüfung vorbereiten

Für die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade ist Minutenzählen für die benötigten Hilfeleistungen angesagt. (Foto: Fotolia / agenturfotografin)
Für die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade ist Minutenzählen für die benötigten Hilfeleistungen angesagt. (Foto: Fotolia / agenturfotografin)

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung bestimmt den Pflegegrad.

(dbp/spo/fru) Nach dem Antrag auf Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse muss bestimmt werden, ob man überhaupt pflegebedürftig im Sinne des Sozialgesetzbuches ist und wenn ja, mit welchem Pflegegrad. Daraus ergeben sich dann die Ansprüche des Pflegebedürftigen.  Zunächst erhält man Besuch von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Auf diesen Besuch sollte man sich vorbereiten, schließlich hängt davon auch die mögliche Unterstützung in Form von Pflegegeld und/oder Pflegesachleistungen ab. Die Gutachter des MDK melden sich in der Regel schriftlich an. Größtenteils passiert die Begutachtung bei einem Hausbesuch oder direkt in der Pflegeeinrichtung.

Am besten ein Pflegetagebuch führen

Die Pflegekassen empfehlen, mindestens eine Woche vor dem Besuch des MDK ein tägliches Pflegetagebuch zu führen. Darin sollen die Zeiten, die der Pflegende für Hilfestellungen im Alltag benötigt, genau dokumentiert werden. Um den Hilfebedarf korrekt ermitteln zu können, sollte die Pflegeperson bei der Begutachtung anwesend sein. Wird diese Hilfe von einem ambulanten Pflegedienst erbracht, ist dessen Pflegedokumentation für die Gutachter wichtig. Entsprechende Formulare gibt es übrigens bei den Pflegekassen, bei Sozialverbänden oder Pflegestützpunkten. Aber auch aus dem Internet kann man sich die Formulare herunterladen.

Das Ausfüllen erfordert Konzentration: So setzt sich zum Beispiel die Körperpflege aus mehreren Einzelschritten zusammen, deren Zeitaufwand einzeln erfasst werden muss. Hilfe beim Gehen wird nur bei den notwendigen Verrichtungen anerkannt, nicht etwa beim Gang zum Fernseher. Und: Wenn zwei Personen gleichzeitig Hilfestellung leisten müssen – zum Beispiel beim Heben aus dem Bett – sollte laut dem Sozialverband VdK der doppelte Zeitaufwand und die Hilfe der zweiten Person ebenfalls notiert werden. Pflegestützpunkte, Sozialverbände und viele Pflegeanbieter beraten auf Anfrage persönlich über die Dinge, auf die beim Ausfüllen des Pflegetagebuchs wie auch am Besuchstag des MDK geachtet werden muss.

Gutachter folgen nur ihrem Gewissen

Der MDK ist übrigens ein unabhängiger Gutachterdienst, der für alle gesetzlichen Krankenkassen arbeitet. Die Gutachter sind nur ihrem Gewissen unterworfen und müssen sich an den Richtlinien zur Pflegebegutachtung halten. Es ist keine leichte Aufgabe, menschliche Bedürfnisse in Tabellen und Minuten darzustellen, jedoch für die Einstufung in einen Pflegegrad unabdingbar. Übrigens: Leistungen aus der sogenannten Behandlungspflege, also etwa das Wechseln von Wundverbänden, Blutdruckmessen oder die Medikamentengabe, werden nicht als Pflegezeit anerkannt. Sie fallen unter die Zuständigkeit der Krankenkassen und nicht der Pflegekassen.

Nach Antragstellung können bis zu fünf Wochen vergehen, bis der Leistungsbescheid der zuständigen Pflegekasse im Briefkasten liegt. Wer mit seiner Einstufung nicht zufrieden ist, kann übrigens innerhalb von vier Wochen bei der Pflegekasse Widerspruch einlegen.