Auf die Muckis kommt es an

Ob im Fitnessstudio oder zuhause - Krafttraining bringt den Stoffwechsel in Schwung. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)
Ob im Fitnessstudio oder zuhause - Krafttraining bringt den Stoffwechsel in Schwung. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)

Wer Muskelmasse hat, verbrennt Energie ohne Anstrengung.

(dbp/abz) Der wohl einfachste Weg abzunehmen, führt über den Aufbau von Muskelmasse, denn Muskelfasern verbrauchen sehr viel Energie. Wer seine Muskeln trainiert, hat 24 Stunden am Tag einen höheren Energieumsatz, kann also mehr essen, ohne zuzunehmen oder im Umkehrschluss, abnehmen, ohne weniger zu essen – wenn der Energieumsatz der Muskulatur dafür ausreicht. Die meisten Menschen werden im Alter molliger. Das muss sich zunächst nicht auf der Waage zeigen, denn Fett ist etwa um zwölf Prozent leichter als Muskeln. Aber im Spiegel kann man es sehen und am kneifenden Hosenbund kann man es spüren. Denn die Fettpolster wandern etwa ab der Lebensmitte hin zur Körpermitte, mit zunehmendem Alter in den Bauchraum. Das betrifft Frauen und Männer gleichermaßen und ist kein bloßes Figurproblem.

Überschüssiges Bauchfett gilt als Risikofaktor für Diabetes, Gefäßkrankheiten und Krebs. Erwachsene ab 30 Jahre verlieren übrigens im Schnitt alle 10 Jahre 3 Kilogramm Muskelmasse – wenn sie dem nicht mit entsprechendem Training entgegenwirken. Bei beiden Geschlechtern führt die reduzierte Ausschüttung von Wachstums- und Schilddrüsenhormonen zu ungewollter Gewichtszunahme im Alter. Frauen haben – ab der Menopause – noch ein zusätzliches Päckchen zu tragen: Der drastische Abfall des Hormons Östradiol erschwert die Fettverbrennung und fördert die Zunahme des gefährlichen Bauchfetts.

Muskeln als Energieverbrennungsmotor

Die gute Nachricht ist, dass der Stoffwechsel sich beeinflussen und die Fettverbrennung wieder anheizen lässt. Das ist eigentlich ganz einfach – leicht ist es aber nicht. Es funktioniert nicht bei jedem Menschen gleich gut und gleich schnell. Die genetische Veranlagung spielt eine Rolle, aber sie ist nicht der entscheidende Faktor.

Entscheidend ist, dass die Muskulatur – übrigens das größte menschliche Stoffwechselorgan -aktiviert wird. Gerade wer gesund und nachhaltig abnehmen möchte, oder darauf bedacht ist, sein Gewicht auch im Alter zu halten, muss Muskelmasse aufbauen. Krafttraining sollte also definitv zum Sportprogramm gehören. Gleichzeitig sollte die Ernährungsweise dahingehend geändert werden, dass sie die Produktion von Hormonen und anderen wichtigen Stoffen nicht drosselt und Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse nicht belastet. Auch diese Umstellung ist für viele Genussmenschen zunächst nicht so leicht, denn sie müssen weniger Zucker konsumieren und auf die Zwischenmahlzeiten verzichten.

Dass stark kalorienreduzierte Diäten dick machen, weil sie den Stoffwechsel „runterfahren“, ist mittlerweile bekannt. Daher gibt es heutzutage gesündere Alternativen. Viele Ernährungsexperten setzen auf den abendlichen Verzicht von Kohlenhydraten und empfehlen stattdessen ein Abendessen, das sehr eiweißhaltig ist. Welche Strategie die richtige ist, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Denn es gibt nicht den einen goldenen Weg, der für alle Menschen gleichermaßen der richtige ist. Gute Methoden berücksichtigen immer beide Komponenten: Bewegung und Ernährung. Es ist auch empfehlenswert, Umstellungen zunächst mit einem Arzt zu besprechen, um möglichen Risiken vorzubeugen, zum Beispiel bei der Nährstoffaufnahme oder der Belastung von Gelenken.

 

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Quellenangaben:
Informationen von Professor Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler, Vorsitzender des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln, www.ingo-froboese.de