Auch „weißer Hautkrebs“ ist nicht gutartig

Zarte Kinderhaut braucht effektiven Sonnenschutz. (Foto: travnikovstudio / Fotolia)
Zarte Kinderhaut braucht effektiven Sonnenschutz. (Foto: travnikovstudio / Fotolia)

Basaliom und Spinaliom sind die häufigsten Tumorerkrankungen

(dbp/auh) In den deutschen Krebsstatistiken taucht die mit Abstand häufigste Krebsart meist gar nicht auf. Ein Grund: Verlässliche Schätzungen für die Neuerkrankungsrate des „weißen Hautkrebses“ sind schwierig. Unter diesem Begriff werden alle nicht-melanotischen Hautkrebsformen zusammengefasst. Dazu gehören das Basalzellkarzinom (auch Basaliom genannt) und das Plattenepithelkarzinom (Synonyme: Spinaliom, spinozelluläres Karzinom, Stachelzellkrebs). Weil diese Krebsarten meist ambulant behandelt werden, die epidemiologischen Krebsregister aber traditionell auf Klinikdaten basieren, sind Schätzungen „mit einer erheblichen Unsicherheit verbunden“, erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI).

In dem jüngsten Zahlenwerk „Krebs in Deutschland“, das alle zwei Jahre vom RKI und von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) veröffentlicht wird, wurden erstmals Zahlen zur Häufigkeit des weißen Hautkrebses genannt. Demnach gab es 190.600 Neuerkrankungen im Jahr 2010, davon handelte es sich in 151.600 Fällen um ein Basaliom. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum erhielten 19.220 Menschen die Diagnose Melanom („schwarzer Hautkrebs“).

Basalzellkarzinom

Obwohl das Basaliom nur in ganz seltenen Fällen Metastasen ausbildet und daher in der Regel nicht lebensbedrohlich ist, handelt es sich nicht um eine gutartige Erkrankung. Denn der Tumor wächst in das umliegende Gewebe hinein und zerstört dabei nicht nur die Haut, sondern kann auch Knorpel und Knochen angreifen.

Plattenepithelkarzinom

Beim Spinaliom kommen Metastasen etwas häufiger vor, dennoch ist die Prognose laut RKI „im Allgemeinen gut“. Diese Krebsart bildet Vorstufen, die sogenannte „aktinische Keratose“. Das sind kleine, schuppige oder rötliche Stellen, die der Laie kaum wahrnimmt, der Hautarzt aber gut erkennen und behandeln kann.

Der wichtigste Risikofaktor für beide Hautkrebsformen ist die langfristige Einwirkung des ultravioletten Anteils des Lichts, also die über Jahrzehnte hinweg gesammelte UV-Bestrahlung, sowohl von Sonne als auch von Solarium. Die Tumore und ihre Vorstufen treten daher häufig an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf: Gesicht, Nase, Ohren, Stirn, Handrücken und Glatze, aber auch an Unterarmen, Unterschenkel und Dekolleté.

UV-Schutz für Kinder besonders wichtig

Der lebenslange, richtige Schutz vor UV-Licht ist daher nach Ansicht von Dermatologen und Krebsexperten die beste Methode zur Reduzierung des Hautkrebsrisikos. „In der Kindheit und Jugend erworbene UV-Schäden der Haut sind ganz maßgeblich für das spätere Entstehen von Hautkrebs verantwortlich“, betont Professor Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Die ADP gibt folgende Tipps zum Schutz von Kindern vor zu starker UV-Bestrahlung:

  • Babys im ersten Lebensjahr nicht der direkten Sonne aussetzen
  • Sonnenbrand stets vermeiden
  • zwischen 11 und 16 Uhr nur im Schatten aufhalten
  • bei Sport und Spiel auf den UV-Index achten (Infos beim Bundesamt für Strahlenschutz unter www.bfs.de)
  • Solarien sind für Kinder und Jugendliche absolut tabu
  • textilen Sonnenschutz (dicht gewebte T-Shirts, Kopfbedeckung mit Schirm und Nackenschutz) und Sonnenbrille tragen
  • unbekleidete Hautpartien von Kindern mit Sonnenschutzmitteln eincremen (LFS 30 mit UVA- und UVB-Schutz)