Auch schlanke Kinder brauchen Bewegung

Draußen herumtollen - das tut allen Kindern gut. (Foto: Bilderbox)
Draußen herumtollen - das tut allen Kindern gut. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Schulkinder sollten sich mindestens eine Stunde täglich bei mittlerer Intensität bewegen.

Das fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf seiner Internetseite www.kinderaerzte-im-netz.de. Mittlere Intensität bedeutet, dass man nicht mehr singen, wohl aber noch sprechen kann.

„Sport verhindert eine Ansammlung von Fett am Bauch, verringert den Gesamtfettanteil im Körper und verbessert die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge“, erklärt Dr. Hermann-Josef Kahl, Präventionsexperte des BVKJ. Dieser Effekt beziehe sich auf alle Kinder – normalgewichtige und dicke, auch wenn diese dabei nicht abnehmen würden. Der Arzt rät deswegen, dass Kinder, die lange sitzen, sich nach spätestens einer Stunde bewegen sollen – mindestens zehn Minuten lang.

Die Kinder- und Jugendärzte legen ihrer Forderung die Ergebnisse des amerikanischen Wissenschaftlers Dr. Naiman A. Khan zugrunde. Dieser hatte 220 Kinder im Alter von acht und neun Jahren neun Monate lang beobachtet. Etwa die Hälfte der Jungen und Mädchen machte fünf Mal pro Woche um die 70 Minuten lang Sport, die andere Hälfte lebte wie sonst auch. Die Wissenschaftler kontrollierten regelmäßig die Werte der Kinder. Das Ergebnis: Bei den Kindern, die „normal“ lebten, nahm der Fettanteil im Körper zu, obwohl sich die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge nicht veränderte. „Normalgewichtige Kinder, die viel sitzen und insgesamt einen inaktiven Lebensstil verfolgen, laufen Gefahr, mehr Fett im Gewebe und am Bauch anzusammeln“, warnt Kahl.