Auch Männer können an Brustkrebs erkranken

Brustkrebs beim Mann ist sehr selten, aber nicht unmöglich. (Foto: BigLike Images / Fotolia)
Brustkrebs beim Mann ist sehr selten, aber nicht unmöglich. (Foto: BigLike Images / Fotolia)

(dbp/auh) Brustkrebs gibt es auch bei Männern.

Im Jahr 2010 erkrankten deutschlandweit 610 Männer an dieser Krebsart, 107 Männer starben im selben Jahr daran. Verglichen mit anderen Krebs-Sterbefällen ist das eine sehr kleine Zahl, an Prostatakrebs erkrankten im selben Zeitraum mehr als 65.000 Männer, etwa 12.000 starben daran. Doch gerade, weil Brustkrebs beim Mann so selten vorkommt, ist er so gefährlich. Denn über seltene Krankheiten ist das Wissen eher dünn gesät. Auch gibt es kein gesetzliches Früherkennungsprogramm für den männlichen Brustkrebs.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) beklagt, dass erste Anzeichen der Krankheit von Männern lange ignoriert werden, auch weil sie zum Teil gar nicht wissen, dass sie Brustkrebs bekommen können. Das erste Symptom sei meist ein tastbarer Knoten oder eine Verhärtung in der Brust. Weitere mögliche Anzeichen: Wenn sich die Brustwarze einzieht oder entzündet oder sie Flüssigkeit absondert, wenn sich die Haut verändert oder die Lymphknoten in der Achselhöhle anschwellen und wehtun. „Auch wenn das Auftreten eines dieser Symptome keinesfalls zwangsläufig Brustkrebs bedeutet, sollte eine sofortige Abklärung durch den Facharzt erfolgen“, sagt Professor Dr. Sabine Kliesch, Pressesprecherin der DGU.

Insbesondere Risikopatienten sollten sich fachärztlich beraten lassen, rät Professorin Kliesch. Dazu zählen Männer mit dem Klinefelter-Syndrom sowie Männer, in deren Familien auch Frauen öfter von Brustkrebs betroffen sind. Unterstützung und Patienteninformationen finden Betroffene beim Netzwerk „Männer mit Brustkrebs“, im Internet unter www.brustkrebs-beim-mann.de zu finden.