Auch Kurzurlaub dient der Erholung

Auch ein Kurzurlaub bringt Erholung und schont dabei den Geldbeutel. (Foto: Bilderbox)
Auch ein Kurzurlaub bringt Erholung und schont dabei den Geldbeutel. (Foto: Bilderbox)

Lieber öfter kleine Auszeiten vom Alltag nehmen als nur einen großen Urlaub im Jahr

(dbp/auh) Für die Statistik beginnt Urlaub erst ab einer Woche Dauer. Wenn es um den Erholungswert geht, genügen aber schon kürzere Auszeiten für einen spürbaren Effekt.

Die Deutschen lieben es, zu verreisen. Die Ergebnisse der aktuellen „Reiseanalyse 2014“ der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) sprechen eine eindeutige Sprache: „Noch nie machten mehr Menschen mehr Reisen als im Jahr 2013“, teilt der nach eigenen Angaben größte nicht-kommerzielle Organisator und Auftraggeber von Tourismusforschung mit. Die konkreten Zahlen: 54,8 Millionen Urlauber machten 70,7 Millionen Reisen von jeweils mindestens fünf Tagen Dauer. Hinzu kamen 33,3 Millionen Menschen, die zusammen 75,6 Millionen Kurzurlaube (zwei bis vier Tage) machten.

Die FUR hat auch schon mal nachgefragt, wie die Reiselust für das laufende Jahr aussieht. Ergebnis: 55 Prozent haben feste Urlaubspläne, elf Prozent wollen ganz sicher zu Hause bleiben. Blickt man parallel auf eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes, so kann man zu dem Schluss gelangen, dass es sich bei dieser Minderheit nicht unbedingt um Reisemuffel handelt. Immerhin jeder vierte Haushalt in Deutschland hat schlicht nicht genug Geld für eine einwöchige Urlaubsreise (Befragung fand 2011 statt). Besonders traurig: Unter den Haushalten von Alleinerziehenden war fast jeder zweite (47 Prozent) zu arm zum Verreisen.

Eine „Luftveränderung“ tut gut

Unter dem Aspekt der Gesundheitsvorsorge ist das bedenklich, denn gerade Menschen, die unter finanziellen Nöten leiden, sind anfälliger für Krankheiten. Denn Armut bedeutet Dauerstress. Außerdem sind Menschen mit einem – wie es das Robert-Koch-Institut nennt – „niedrigen sozioökonomischen Status“ viel häufiger gesundheitsschädlichen Lebensbedingungen ausgesetzt. Sie wohnen zum Beispiel häufiger in Gegenden mit hoher Schadstoffbelastung und Verkehrslärm. Eine „Luftveränderung“ wurde ihnen also gut tun. Und nicht nur ihnen.

Je länger, desto besser? Klares Nein!

Dass schon kleine Auszeiten vom Alltagsstress einen Erholungseffekt haben, ist die Überzeugung der Psychologin Dr. Jessica de Bloom, die ihre Doktorarbeit über die Auswirkungen von Urlaub auf Gesundheit und Wohlbefinden von Arbeitnehmern geschrieben hat. Sie rät, den Jahresurlaub in mehrere Abschnitte einzuteilen, denn viele Kurztrips seien grundsätzlich besser als ein langer Sommerurlaub. Ihre Forschungen haben ergeben, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen der Dauer des Urlaubs und der Ausprägung des „Urlaubseffekts“ nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Sogar nach einem Sabbatical, also einer mehrmonatigen Auszeit, seien die Effekte direkt nach Rückkehr verschwunden.

Spricht also alles für den Kurzurlaub. Auch der Geldbeutel. Für die urlaubsverliebten Deutschen gilt nach Angaben der „Stiftung für Zukunftsfragen“: „Lieber Sparreise als Reiseverzicht.“ Bei einer Befragung im Januar 2014 gaben 37 Prozent der Deutschen an, lieber am beziehungsweise im Urlaub zu sparen, als ganz auf eine Reise zu verzichten.

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