Auch Kontaktlinsenträger müssen ihre Augen schützen

Nicht alle Kontaktlinsen besitzen einen eingebauten UV-Schutz. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zusätzlich eine Sonnenbrille tragen. (Foto: Artur Marciniec / Fotolia)
Nicht alle Kontaktlinsen besitzen einen eingebauten UV-Schutz. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zusätzlich eine Sonnenbrille tragen. (Foto: Artur Marciniec / Fotolia)

Pollen oder UV-Licht werden nur bedingt ausgebremst.

(dbp/nas) Wer eine Kontaktlinse trägt, hat damit auch automatisch eine Art „Schutzschild“ gegen Staub, Pollen und andere mögliche „Eindringlinge“? Falsch. Auch Kontaktlinsenträger müssen bestimmte Dinge beachten, wenn es um den Schutz ihrer Augen geht. In Sachen UV-Licht gilt zum Beispiel wie für jeden anderen Menschen auch: Wenn die Sonne strahlt, an der See oder im Gebirge – am besten eine Sonnenbrille tragen.

UV-Strahlung gibt es zu jeder Jahreszeit

Warum es wichtig ist, nicht nur die Haut, sondern auch die Augen vor UV-Licht zu schützen, erklärt Christian Müller vom Zentralverband der Augenoptiker: Zum einen sorgt UV-Licht im Auge für Streulicht und damit für eine Reduzierung der Kontraste. Man sieht also schlechter. Zum anderen entsteht Wärmeenergie (was die Entwicklung eines Grauen Stars begünstigen kann) und es werden freie Radikale freigesetzt, die wahrscheinlich bei der altersbedingten Makuladegeneration eine Rolle spielen, so der Augenoptiker.

Harte Kontaktlinsen haben immer einen UV-Schutz „eingebaut“, bei den weichen Linsen ist es vom Hersteller abhängig. So oder so ist allerdings der die Kontaktlinse umgebende Bereich im Auge, die Bindehaut, nicht geschützt, warnt Müller. Es kann also eine Bindehautentzündung entstehen. Sein Rat lautet deshalb: „Tragen Sie zusätzlich eine Sonnenbrille, insbesondere in Zeiten oder an Orten mit starker UV-Strahlung“. Das betrifft nicht nur den Hochsommer, sondern genauso einen Wintertag mit strahlend blauem Himmel und natürlich den Strand oder den Schnee und das Gebirge.

Für Allergiker sind Tageslinsen am besten geeignet

Der Pollenflug stellt laut Christian Müller wieder ein ganz anderes Problem dar. Bei manchen Allergikern verschlimmern sich die Beschwerden mit Kontaktlinsen, bei anderen verbessern sie sich sogar oder es verändert sich nichts. Wer allergische Neigungen hat, sollte das schon direkt bei der Anpassung der Kontaktlinsen ansprechen – und gegebenenfalls auch seinen Allergiepass mitbringen. „Normalerweise fragt der Optiker das im Rahmen der Anamnese aber auch schon selbst nach“, sagt Müller.

Manchmal bestehen auch Allergien auf Materialien in den Linsen selbst. Oder auf Stoffe in den Reinigungsmitteln. Die können sich noch verstärken, wenn man weiche Linsen trägt, in denen sich solche Stoffe anlagern können. Auch die Wirkung von Augentropfen kann sich durch solch eine Anlagerung verändern. So können eventuell sogar neue Allergien entstehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man mindestens einmal pro Jahr zur Kontrolle zum Optiker kommen, empfiehlt Christian Müller.

Wer gegen Pollen allergisch ist, sollte möglichst Tageslinsen tragen. Das verhindert, dass sich die Allergene in den Linsen ansammeln. Wenn die Augen bereits sichtbar und spürbar rot und geschwollen sind beziehungsweise wenn die Linsen die Probleme verstärken, rät der Deutsche Allergiker- und Asthmabund zum Umstieg auf die Brille. „In jedem Fall gibt es eine Lösung“, sagt Optiker Christian Müller.