Auch im Ruhestand weiter auf Achse

Der Anteil der Reiselustigen ist in der Generation 65plus fast genauso groß wie in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. (Foto: Lisa F. Young / Fotolia)
Der Anteil der Reiselustigen ist in der Generation 65plus fast genauso groß wie in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. (Foto: Lisa F. Young / Fotolia)

Senioren in Deutschland sind mehrheitlich fit und reiselustig

(dbp/auh) Der demografische Wandel wirkt sich auch auf das Reiseverhalten der Deutschen aus. Zum einen ist der Anteil der Menschen über 65 Jahre an der Gesamtbevölkerung mit 20,8 Prozent so hoch wie noch nie. Zum anderen sind diese Senioren heutzutage ausgesprochen gesund und aktiv.

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 17 Millionen der 81 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre oder älter. Damit gehört ungefähr jeder Fünfte zur „Generation 65plus“. In der Europäischen Union wird dieser Wert nur noch von Italien getoppt, wo 21,4 Prozent der Einwohner zu dieser Altersgruppe zählen.

Was die Wiesbadener Statistiker ebenfalls ermittelt haben: Drei Viertel der Älteren sind fit. Sogar in der Altersgruppe ab 75 Jahre fühlen sich „nur“ 28 Prozent der Menschen krank. Gesundheit gewährleistet auch im hohen Alter Selbstständigkeit und Mobilität. Selbst die über 80-Jährigen haben mehrheitlich ein eigenes Auto. Bei den 70- bis 79-Jährigen liegt der Pkw-Ausstattungsgrad bei 72 Prozent. Zum Vergleich: 77 Prozent sind es im Durchschnitt aller Haushalte in Deutschland).

Reiselust ist altersunabhängig

Auch die Reiselust vergeht offenbar nicht mit dem Älterwerden. Dass die Deutschen weltweit zu den reisefreudigsten Nationen gehören, ist nicht nur ein gern gepflegtes Klischee. Gerade nach dem Ausstieg aus dem Erwerbsleben nutzen viele ältere Menschen ihre Zeit für Reisen innerhalb Deutschlands und in andere Länder. Wenn es ins Ausland geht, dann am liebsten nach Italien, Österreich und Spanien.

Eine Touristik-Studie, die für das Bundeswirtschaftsministerium durchgeführt wurde, ermittelte: Von 1993 bis 2007 hat sich die Zahl der Urlaubsreisenden über 60 Jahre um mehr als 40 Prozent erhöht, die Zahl der Urlaube sogar noch stärker. Kurz: Mehr Ältere fahren öfter in den Urlaub.

Einen typischen „Seniorenurlaub“ gibt es übrigens nicht. Je nach Vorliebe, Einkommen und Gesundheitszustand variieren die Reiseformen. Die Studienautoren erklären, dass die Reisevorlieben der Menschen im Laufe ihres Lebens konstant bleiben. Beispiel: Wer in jungen Jahren gerne mit dem Wohnmobil unterwegs war, wird das im Alter beibehalten.

Barrierefrei wird wichtiger

Dennoch gibt es bestimmte Ansprüche an Reiseform und Urlaubsort, die aus altersbedingten körperlichen Einschränkungen resultieren, denn auch gehandicapte Senioren verzichten nicht aufs Reisen. Das müssen sie auch nicht, denn die Reisebranche hat sich auf den Kundenkreis eingestellt, der auf Barrierefreiheit angewiesen ist. Das beginnt schon mit der Fahrt zu Flughafen oder Bahnhof: Die meisten Verkehrsbetriebe bieten einen Mobilitätsservice an, der ihre Kunden in Bussen und Bahnen begleitet.

Wer von seinem Wohnort direkt zur Urlaubsunterkunft gebracht werden will, sollte im Reisebüro oder im Internet nach „Haus-zu-Haus“-Angeboten suchen. Insbesondere Hotels in Heilbädern und Kurorten arbeiten oft mit Taxi-Unternehmen zusammen oder haben einen eigenen Fahrdienst.

Barrierefreie Hotels, Ferienwohnungen und sogar Campingplätze gibt es weltweit. Informationen dazu hat das Portal www.myhandicap.de. Speziell für Wohnmobilisten bietet die private Homepage von Ralf Blaurock unter www.reisemobil-handicap.de viele Tipps und Erfahrungsberichte.