Auch im Kindergarten gibt es Mobbing

Im Kindergarten herrscht nicht immer nur "eitel Sonnenschein". (Foto: Swifter / Fotolia)
Im Kindergarten herrscht nicht immer nur "eitel Sonnenschein". (Foto: Swifter / Fotolia)

(dbp/spo) Wenn Kinder oft über Bauch- und Kopfweh klagen und gleichzeitig nicht mehr in den Kindergarten gehen wollen, kann es sein, dass sie dort gemobbt werden.

Das teilt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie (BKJPP) mit.

„Kinder, die gemobbt werden, leiden meist still und werden ängstlich und unsicher. Viele vertrauen sich niemandem an und ziehen sich zurück“, sagt Dr. Ingo Spitczok vom BKJPP. Einige wenige reagierten aber auch aggressiv. Weitere Hinweise auf ein mögliches Mobbing sind kaputte oder verschwundene Sachen des Kindes sowie kleinere Schrammen am Körper.

Die Täterkinder möchten Aufmerksamkeit

Kindergartenkinder sind durchaus schon in der Lage, andere zu mobben, sagen die Kinderpsychiater. Wobei das Mobbing subtiler sei als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Es habe noch nicht zum Ziel, andere sozial auszugrenzen, denn die Täterkinder könnten sich noch gar nicht vorstellen, wie sich ihre Opfer fühlen.

Oft leiden die Täter selbst unter mangelnder Aufmerksamkeit durch Eltern oder andere Bezugspersonen. Diesen Frust lassen sie dann an anderen, schwächeren Kindern aus.

Eltern von gemobbten Kindern sollten mit ihrem Nachwuchs sprechen, ihm Mut machen, über seine Erlebnisse zu reden und auch mal „Nein“ zu sagen. Die Stärken des Kindes sollten hervorgehoben und gelobt werden, um sein Selbstwertgefühl wieder zu verbessern. Außerdem müsse das Problem mit den Erziehern im Kindergarten diskutiert werden, so der BJKPP unter www.kinderpsychiater-im-netz.org.