Auch im Alter mit Sicherheit am Steuer

Sich schmerzfrei bewegen können, um nach hinten zu sehen, ist wichtig beim Autofahren. Dieser Herr kann das gut, hätte sich aber vorher anschnallen sollen. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)
Sich schmerzfrei bewegen können, um nach hinten zu sehen, ist wichtig beim Autofahren. Dieser Herr kann das gut, hätte sich aber vorher anschnallen sollen. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)

Freiwillige Gesundheits-Checks und Fahrtrainings helfen, die Mobilität zu erhalten

(dbp/auh) Für viele ältere Menschen, insbesondere in ländlichen Regionen, ist es schwer vorstellbar, auf das eigene Auto verzichten zu müssen. Doch wenn die Sehkraft nachlässt oder der Schulterblick wegen der Gelenkschmerzen nicht mehr klappt, ist die Fahreignung eingeschränkt. Diese Probleme betreffen wegen des demografischen Wandels und der gestiegenen Bedeutung der Mobilität immer mehr Verkehrsteilnehmer.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) wirbt mit seiner „Aktion Schulterblick“ (www.dvr.de/schulterblick) dafür, dass Autofahrer sich freiwillig checken lassen. Ältere Menschen sollten „ihren Hausarzt darauf ansprechen, dass sie ihren Gesundheitszustand mit Blick auf ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen wollen“, rät DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Etwa zehn Prozent der Autofahrer über 65 Jahre fragen ihren Hausarzt von sich aus danach, ob sich ihr Gesundheitszustand aufs Autofahren auswirkt. Das hat eine Forsa-Umfrage zur „Mobilität älterer Verkehrsteilnehmer“ im Auftrag des DVR im Jahr 2012 ergeben. Etwa vier Prozent der Befragten wurden vom Hausarzt darauf hingewiesen, dass ihre Fahrtüchtigkeit eventuell eingeschränkt ist.

Ab 40 zum jährlichen Sehtest

Laut DVR sollten Autofahrer ab 40 Jahre regelmäßig einmal im Jahr ihre Sehfähigkeit überprüfen lassen, wobei nicht nur die Sehschärfe kontrolliert wird. Mit dem Alter stellen sich nämlich oft weitere Probleme ein, zum Beispiel eine erhöhte Blendempfindlichkeit und eine Trägheit des Auges, sodass die Umstellungsfähigkeit von nah auf fern oder von hell nach dunkel immer mehr nachlässt. Ab 60 Jahre sollten Autofahrer alle zwei Jahre einen generellen Gesundheitscheck machen. Da es keine einheitlich geregelten Autofahrer-Untersuchungen gibt, könne der sogenannte Check-up-35 genutzt werden. Dieser allgemeine Gesundheitstest wird von den gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten über 35 Jahre alle zwei Jahre angeboten.

Für die Sicherheit beim Autofahren sind vor allem folgende gesundheitliche Aspekte wichtig:

• Sehvermögen

• körperliche Beweglichkeit

Herz- und Gefäßerkrankungen

Diabetes

• Nervenerkrankungen (Schlaganfall, Demenz, Parkinson)

• psychische Krankheiten

Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsum

Ganz wichtig: Kein Patient muss Angst um seinen Führerschein haben, wenn er zum Arzt geht. Die Ergebnisse der freiwilligen Untersuchungen werden nicht an die Fahrerlaubnisbehörde weitergeleitet, sondern unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Wie der Patient auf die ärztlichen Empfehlungen reagiert, bleibt ihm überlassen. Das gilt auch für Fahrsicherheitstrainings oder freiwillige Fahrstunden, die speziell für Senioren angeboten werden.

Je früher Gesundheitsprobleme erkannt werden, desto größer ist die Chance, mit einer gezielten Behandlung eine Verschlechterung des Zustands zu verhindern. Die typischen altersbedingten Defizite stellen sich meist schleichend und zunächst unbemerkt ein. Deshalb sind Untersuchungen und Fahrtests auch für solche Autofahrer ratsam, die sich noch fit fühlen.

Fahrsicherheitstrainings für Senioren werden angeboten von Verkehrsverbänden (ADAC, ACE, Deutsche Verkehrswacht), von TÜV und DEKRA, von einigen Fahrschulen und in manchen Großstädten auch von der Polizei.

Die Broschüre „Fit und Auto-mobil“ mit Informationen, Selbststest und weiterführenden Adressen steht zum kostenlosen Download bereit unter www.dvr.de/schulterblick