Auch die „Dritten“ brauchen Pflege

Träger von Vollprothesen sollten nicht nur die Prothese, sondern auch die zahnlosen Stellen im Mund putzen. (Foto: proDente e. V.)
Träger von Vollprothesen sollten nicht nur die Prothese, sondern auch die zahnlosen Stellen im Mund putzen. (Foto: proDente e. V.)

Die richtige Mundhygiene für Zahnersatzträger.

(dbp/spo) Implantate, Brücken, Teil- oder Vollprothesen: In deutschen Mündern tummelt sich viel Fremdmaterial. Eigentlich praktisch, mag man da denken, denn künstliche Zähne können nicht an Karies erkranken. Dennoch müssen auch sie gut gepflegt werden.

Etwa die Hälfte der eigenen Zähne ist bei Senioren zwischen 65 und 74 Jahren schon verloren gegangen, besagt die vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie. Der größte Teil davon wird künstlich ersetzt. Ist dieser Zahnersatz sauber und gepflegt, sieht das nicht nur besser aus, sondern hilft dabei, Krankheiten und Mundgeruch vorzubeugen.

Implantate und Brücken

Bilden sich an den künstlichen Zähnen Beläge und Zahnstein, kann das eine Gefahr für alle anderen Zähne werden. Darüber hinaus hat jeder Zahnersatz Schwachstellen, an denen sich besonders leicht Bakterien ansiedeln: Beim Implantat ist dies zum Beispiel der Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch, so die Initiative pro Dente. Bei einer Brücke wiederum sitzt der mittlere Teil, das Zwischenglied, kaum oder gar nicht auf der Schleimhaut auf. Der Spalt, der dazwischen bleibt, ist ein Tummelplatz für Bakterien. Solche Schwachstellen müssen besonders gründlich gereinigt werden.

Egal welcher Zahnersatz: Er sollte – wie die anderen Zähne auch – zweimal täglich mit der Bürste und einer fluoridierten Zahnpasta geputzt werden. Beim Einzelzahnimplantat ist Zahnseide zu empfehlen, um die Zwischenräume zu den Nachbarzähnen zu säubern. Bei Brücken können zusätzlich Mundduschen und Interdentalbürsten ohne Metallkern gute Dienste tun.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Prothesen zum Herausnehmen erfordern einen höheren Pflegeeinsatz, denn nicht nur der Zahnersatz, sondern auch die zahnlosen Stellen im Mund wollen gepflegt werden. Nach Empfehlung des Kuratoriums perfekter Zahnersatz sollte man dem Zahnfleisch dort regelmäßig eine leichte Massage mit der Zahnbürste gönnen. Das fördert die Durchblutung und entfernt Keime. So lassen sich Entzündungen und Mundgeruch vermeiden.

Die Prothese selbst sollte möglichst nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abgespült werden. Wichtig: Das Waschbecken dabei mit Wasser füllen! So wird die Prothese sanft aufgefangen, wenn sie beim Spülen aus Versehen aus der Hand fällt.

Beim herausnehmbaren Zahnersatz ist Zahnstein besonders problematisch. Er kann sich an den Verbindungselementen und Kontaktflächen ansiedeln, die für den Halt auf den Trägerzähnen sorgen. Um das zu vermeiden, muss auch die Unterseite der Prothese mit einer weichen Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt werden. Einmal täglich sollte die Prothese zudem in Prothesenreiniger baden dürfen, rät das Kuratorium perfekter Zahnersatz. Ansätze von Zahnstein können in einem warmen Essigwasserbad gelöst oder vom Zahnarzt entfernt werden.

Auch wenn es keine Probleme gibt: Menschen mit Zahnersatz sollten möglichst zweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen. So werden Hygienemängel oder beginnende Entzündungen rechtzeitig erkannt und die „Dritten“ halten länger.