Auch der weiße Hautkrebs hat schlimme Folgen

Auch in jungen Jahren sollte die Haut dauerhaft vor UV-Strahlung geschützt werden – insbesondere im Badeurlaub. (Foto: benik.at / Fotolia)
Auch in jungen Jahren sollte die Haut dauerhaft vor UV-Strahlung geschützt werden – insbesondere im Badeurlaub. (Foto: benik.at / Fotolia)

Die helle Variante des Hautkrebses endet zwar meist nicht tödlich, entstellt aber die Haut.

dbp/abz) Der weiße Hautkrebs wird oft verharmlost. Der Grund dafür ist, dass er zum einen meist im höheren Lebensalter auftritt, somit für junge Menschen nicht relevant erscheint. Zum anderen neigt er im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs nicht in so starkem Maße zum Metastasieren, also zum Streuen und erscheint so vermeintlich gut behandelbar.  Ein Trugschluss. Zwar endet der weiße Hautkrebs deutlich seltener tödlich, kann aber für eine lange Leidensgeschichte sorgen.

Weißer Hautkrebs entsteht meist über Jahrzehnte

Allein in Deutschland erkranken pro Jahr 140.000 Menschen an Hautkrebs, sagt die Deutsche Krebshilfe. Und das zu einem Großteil, weil sie sich der Öffentlichkeit attraktiv zeigen wollen. Viele Menschen verbinden eine nahtlose Bräune mit Wohlbefinden und höherer sozialer Akzeptanz. Daher ist besonders jene Bevölkerungsgruppe gefährdet, die oft in den Urlaub fährt: Gesellschaftlich besser gestellte Menschen die es sich leisten können, mehr als einmal im Jahr zu verreisen, um sich am Meer in die Sonne zu legen, sind so einer der größten Risikogruppen für Hautkrebs.

Der weiße Hautkrebs entsteht vor allem durch zu intensive Sonneneinstrahlung über Jahrzehnte hinweg, also durch einen chronischen UV-Schaden. Das ist auch der Grund, warum er überwiegend bei älteren Semestern das erste Mal auftritt. Und zwar vornehmlich an den sogenannten Sonnenterrassen, im Gesicht, Hals, Nacken und an den Händen. Die Frühform, der rote, leicht schuppende Fleck, wird als aktinische Keratose bezeichnet. Unbehandelt kann sie sich zu einem Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom) entwickeln. Eine zweite Form des weißen Hautkrebses ist das Basalzellkarzinom, das von Anfang an ein Knötchen ist. Aktinische Keratosen können noch ohne Operation behandelt werden, dabei rückt man ihnen mit bestimmten Salben oder Licht (photodynamische Therapie) zu Leibe.

Sonnenschutz ist Krebsvorsorge

Wer zu lange mit einer Behandlung wartet, oder ein Basalzellkarzinom hat, kommt jedoch nicht um eine Operation herum. Auch hier ist das frühe Eingreifen wichtig, denn je größer der Tumor, desto größer das Gewebestück, das entfernt werden muss. Im Gesicht werden dabei immer sichtbare Narben zurückbleiben, so dass die Behandlung des weißen Hautkrebses nicht spurlos am Patienten vorbeigeht – ein Grund mehr, frühzeitig auf erste sichtbare Anzeichen der Erkrankung zu achten. Ein „Vorteil“ des weißen Hautkrebses ist jedoch, dass er nur selten Metastasen bildet. Allerdings werden durch die jahrelange Sonneneinstrahlung nicht nur einzelne Hautpunkte, sondern ganze Bereiche geschädigt. Deshalb treten häufig mehrere Tumoren nebeneinander auf (Feldkanzerisierung). Die Folge sind immer wieder entstellende Operationen.

Es gibt also überzeugende Argumente, die Haut dauerhaft vor UV-Strahlung zu schützen. Die Regeln, die man befolgen sollte, sind einfach zu merken: Zunächst muss sich die Haut langsam an die Sonne gewöhnen. Gewöhnung heißt aber nicht, auf Sonnenschutzcremes zu verzichten. Im Gegenteil: Selbst Menschen, die dunkle Haare und dunkle Augen haben, sollten Lotion, Cremes oder Sprays verwenden. Studien zufolge können dunkle Typen gegenüber hellen zwar länger in der Sonne bleiben, allerdings ist auch für sie jede Belastung eine zu viel. Dermatologen empfehlen einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15, bei Kindern – je nach Aufenthaltszeit im Freien – sollte er zwischen 20 und 30 liegen. Wichtig ist vor allem, sich nicht der Mittagssonne auszusetzen, also die Zeit von 11 bis 15 Uhr im Schatten zu verbringen.