Au Backe – Dauerhafte Gesichtsschmerzen abklären lassen

Zwei Drittel der Patienten mit idiopatischem Gesichtsschmerz sind Frauen. Die Erkrankung tritt meist zwischen 30 und 50 Jahren auf. Aber auch jüngere Frauen können betroffen sein. (Foto: Picturefactory / Fotolia)
Zwei Drittel der Patienten mit idiopatischem Gesichtsschmerz sind Frauen. Die Erkrankung tritt meist zwischen 30 und 50 Jahren auf. Aber auch jüngere Frauen können betroffen sein. (Foto: Picturefactory / Fotolia)

(dbp/fru) Wenn Gesichtsschmerzen keine andere klar erkennbare Ursache haben, handelt es sich wahrscheinlich um einen so genannten anhaltenden idiopathischen Gesichtsschmerz.

„Bei einem idiopathischen Gesichtsschmerz leiden die Betroffenen in der Regel unter einem täglichen Dauerschmerz mit gleichbleibender oder auch wechselnder Intensität. Der Hauptschmerzpunkt liegt meist im Bereich der Wange und kann in Richtung Augenhöhle, Nase, Kiefer und Ohr aber auch bis zum Kinn und Nacken ausstrahlen. Die Schmerzen werden als dumpf, drückend mit brennenden Empfindungen beschrieben. Bei den meisten Betroffenen liegt der Schmerz einseitig vor“, erklärt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte. Bei einem Teil der Patienten kommen zudem weitere Schmerzsymptome vor, wie zum Beispiel chronische Rücken‐ oder Nackenschmerzen.

Ursache unklar

Am Anfang treten die Schmerzen nur phasenweise auf und werden dann aber meist chronisch. Kälteeinwirkung sowie Stresssituationen verschlimmern dann die Schmerzen zusätzlich. Ein erster therapeutischer Schritt ist ein ausführliches Aufklärungsgespräch beim Arzt, in dem klar wird, dass keine organische Schmerzursache vorliegt. Diese Abklärung ist für viele Patienten, die vorher bereits eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich gebracht haben oder sogar unnötige Operationen über sich haben ergehen lassen, oft schon eine Erleichterung.

Anschließend sollte man selbst aktiv werden, um mit der Krankheit besser umgehen zu können. „Hierfür sind verhaltenstherapeutische Verfahren hilfreich, das Erlernen von Progressiver Muskelentspannung sowie Strategien zur Stress‐ und Krankheitsbewältigung“, empfiehlt Dr. Bergmann. Auch eine zusätzliche Therapie mit bestimmten Antidepressiva könne unterstützend wirken.