Atlastherapien haben den ersten Halswirbel im Blick

Der oberste Halswirbel, auch C1 genannt, steht im Zentrum zahlreicher „Atlastherapien“. (Foto: decade3d / Fotolia)
Der oberste Halswirbel, auch C1 genannt, steht im Zentrum zahlreicher „Atlastherapien“. (Foto: decade3d / Fotolia)

Verschiedene alternative Methoden versprechen Linderung zahlreicher Beschwerden.

(dbp/auh) Der oberste Wirbel der Halswirbelsäule, der dem Kopf am nächsten liegt, wird auch Atlas oder „Nicker“ genannt. Er unterscheidet sich von allen anderen Wirbeln dadurch, dass ihm der Dornfortsatz fehlt, dadurch hat er die Form eines Rings. Dieser Ring trägt den Schädel wie die mythologische Figur Atlas (griechisch: Träger) das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt.

Da nahezu alle Informationen vom und zum Gehirn diesen Ring passieren müssen, können auch nahezu alle Störungen im Körper durch eine Fehlstellung oder Verletzung des Atlaswirbels ausgelöst werden. Das behaupten zumindest die Vertreter der zahlreichen, verschiedenen „Atlastherapien“, die von Ärzten, Heilpraktikern, Physiotherapeuten, Chiropraktikern, Osteopathen, Angehörigen anderer Heilberufe oder auch von medizinischen Laien angeboten werden.

Konkurrierende Therapieformen

Die miteinander konkurrierenden Methoden zur Korrektur oder Justierung des Atlaswirbels heißen zum Beispiel Atlastherapie nach Arlen, Atlantotec, Atlaslogie nach Walter Landis, Atlasprofilax nach René-Claudius Schümperli oder auch Atlas-Orthogonal-Technik nach Roy Sweat.

Allen gemein ist die Hypothese, dass eine erfolgreiche Behandlung das Potenzial hat, Beschwerden am ganzen Körper zu lindern: Orthopädische, neurologische und entzündliche Erkrankungen, chronische Schmerzen, Tinnitus, Migräne, Verdauungsbeschwerden, Herz-Kreislauf-Krankheiten, ja sogar Allergien und Lernschwächen können von einer Verschiebung des Atlas ausgelöst worden sein und demzufolge  durch eine Korrektur „geheilt“ werden.

Behandlung teilweise mit Geräten

Eine weitere Gemeinsamkeit: Bei keiner der Methoden wird der Wirbel durch irgendwelche ruckartigen Manipulationen „eingerenkt“. Es handelt sich stattdessen um im weitesten Sinne massageartige Behandlungen, wenn auch zum Teil unter Zuhilfenahme von speziellen Geräten. Exemplarisch seien hier drei Methoden kurz vorgestellt, wie die Anbieter selbst sie beschreiben. Die komplette Behandlung ist natürlich wesentlich umfangreicher und beinhaltet weitere Schritte, zum Beispiel bildgebende Verfahren.

Atlantotec

Unter www.atlantotec.com wird erklärt: Das Verfahren besteht aus zwei Phasen. Im ersten Schritt wird die Nackenmuskulatur mit einer speziellen Massagetechnik vorbereitet. Dabei kommen zwei Behandlungsgeräte gleichzeitig zum Einsatz, die mit ständig verändernden Frequenzen arbeiten. Im zweiten Schritt übt der „Atlastechniker“ wiederholt Druck auf bestimmte Stellen der Schädelbasis-Muskulatur aus. Nach fünf bis acht Wochen wird in einer Kontrollsitzung zuerst die Stellung des Atlaswirbels überprüft und gegebenenfalls nachkorrigiert.

Atlaslogie

Kernstück der Atlaslogie ist laut www.atlaslogie-schule.ch das „Adjustment“ des Atlas. Dabei berührt der „Atlaslogist“ mit den beiden Mittelfingern die Haut am Hals des Klienten über den Querfortsätzen des Atlas. Einige Sekunden Verweildauer genügen.

Atlastherapie nach Arlen

Die „Ärztegesellschaft für Manuelle Kinderbehandlung und Atlastherapie“ beschreibt unter www.aegamk.de: „Über den Seitenfortsatz des Atlas übt der Therapeut mit seiner Mittelfingerkuppe einen blitzschnellen Impuls auf die mit Wahrnehmungssensoren besetzten Strukturen des Kopf-Halsüberganges aus, und zwar in einer speziellen Richtung und mit genau dosierter Kraft. Dadurch kommt es zu einem ultrakurzen Dehnreiz auf diese Nackenrezeptoren, wodurch sofort ein anderes Wahrnehmungsmuster oder „Informations-Bild“ entstehen kann.“

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