Atemstillstand im Schlaf

Insbesondere ältere Männer schnarchen sehr stark und stellen so ihre Beziehung ganz schön auf die Probe. (Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro)
Insbesondere ältere Männer schnarchen sehr stark und stellen so ihre Beziehung ganz schön auf die Probe. (Foto: Fotolia / WavebreakMediaMicro)

Verengte Atemwege können für Schlafapnoe-Patienten gefährlich werden.

(dbp/fru) Schätzungsweise zwei bis drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet hierzulande am so genannten Schlafapnoe-Syndrom. „Mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, eine Schlafapnoe zu bekommen, wobei vor allem Männer betroffen sind“, erklären die „Lungenärzte im Netz“. Während bei unter 20-Jährigen nicht einmal jeder Zehnte schnarcht, sind es bei den über 65-Jährigen fast die Hälfte, die nachts „sägen“. Schlafapnoe kann mit „Atemstillstand im Schlaf“ übersetzt werden. Bei Betroffenen sind die Atemwege so verengt, dass die Atmung nicht nur deutlich erschwert ist, sondern sogar vollständig aussetzt, was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann.

 

Obstruktive und zentrale Schlafapnoe

 

Das Schnarchen kann in manchen Fällen die Lautstärke eines Presslufthammers erreichen. Das Aus- und Einsetzen der Atmung hört man deutlich, wenn sich Atempausen mit heftigem Luftschnappen abwechseln. Es gibt zwei Formen der Schlafapnoe – die obstruktive und die zentrale Apnoe. Von einer obstruktiven Schlafapnoe sind vor allem Männer höheren Alters betroffen. So leiden bis zu 60% der 65- bis 70-jährigen Männer an diesem Verschluss der Atemwege. Sie schnarchen dann laut, unregelmäßig und mit deutlichen Atempausen. „Die auf Grund der Atempausen auftretenden Weckreaktionen stören den Schlaf der Betroffenen stark. Sie sind in der Folge tagsüber müde, haben Konzentrationsstörungen und sind oft zerstreut oder vergesslich“, heißt es von den „Lungenärzten im Netz“. Auch weitere Erkrankungen wie z. B. Angstzustände, Depressionen oder bei Männern Potenzprobleme können oft begleitend auftreten.

 

Bei einer zentralen Schlafapnoe hingegen ist eine erschlaffte Atemmuskulatur im Brustbereich für das Aussetzen der Atembewegungen verantwortlich. Die Folgeerscheinungen sind die gleichen wie bei einer obstruktiven Schlafapnoe. Oft sind auch Mischformen aus obstruktiver und zentraler Apnoe möglich (so genannte „gemischte Apnoe“). Frauen bleiben meist bis zur Menopause auf Grund einer anderen Anatomie im Halsbereich von Schlafapnoe verschont. Danach sinken die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

 

Richtige Schlafhygiene und Gewichtsabnahme

 

Gewöhnliches Schnarchen bedarf aus medizinischer Sicht keiner gezielten Therapie, sofern es nicht mit Atemaussetzern einhergeht. Allerdings kann Schnarchen allgemein den Leidensdruck in einer Beziehung so erhöhen, dass eine ärztliche Beratung und Therapie empfehlenswert ist. Bei Verdacht auf Schlafapnoe kann ein Schlaflabor die Diagnose klären. Dort verbringt der Patient dann ein bis zwei Nächte, verkabelt mit Sensoren und verschiedensten Geräten, die sein Schlafverhalten genau untersuchen.

 

Die richtige Schlafhygiene und eine Gewichtsabnahme können in einigen Fällen bereits zur Besserung und sogar zum Verschwinden von Schnarchen und Schlafapnoe führen, teilt der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte mit. Meist seien jedoch noch weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich. Zu diesen gehören Therapien mit Nasenpflaster, Biss-Schienen, Überdruckbeatmung (CPAP-Maske) oder eine Sauerstoffbehandlung. In anderen Fällen sind evt. operative Maßnahmen empfehlenswert, wie etwa eine Nasenoperation, Gaumen-Straffung, Vorverlagerung des Kiefers oder die sogenannte Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP), bei der eine zu weiche Gaumenmuskulatur und das Gaumenzäpfchen gestrafft werden.

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Quellenangaben:
Online-Informationen der „Lungenärzte im Netz“ unter https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/schlafstoerungen/was-ist-schlafapnoe/ ff., der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin unter www.dgzs.de ff., der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde unter https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnarchen-schlafapnoe/konservative-behandlung-beim-hno-arzt.html und der Leitlinie „Schlafapnoe und Schnarchen“ der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)