Atemlos durch die Nacht

Bei obstruktiver Schlafapnoe ist das nächtliche Tragen einer Überdruckmaske eine bewährte Therapie. (Foto: pathdoc / Fotolia)
Bei obstruktiver Schlafapnoe ist das nächtliche Tragen einer Überdruckmaske eine bewährte Therapie. (Foto: pathdoc / Fotolia)

Erkrankungen der Atemwege sind häufig die Ursache für Schlafstörungen

(dbp/wgt) Wenn nächtliche Atembeschwerden den Schlaf rauben, kann ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt für Abhilfe sorgen. Denn meist sind Erkrankungen der Atemwege die Ursache. Zu den häufigsten zählt die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Jeder siebte Erwachsene leidet laut Deutschem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte mindestens einmal im Jahr daran.

Sind die Schleimhäute in den Nebenhöhlen entzündet, kann das Nasensekret nicht abfließen, es sammelt sich und führt zu Entzündungen. Bleiben die Beschwerden unbehandelt und kehren regelmäßig wieder, können sie chronisch werden. Meist lassen sich die Entzündungen mit Nasenspülungen und Kortisonpräparaten oder mit Antibiotika erfolgreich bekämpfen. Lässt sich mit Medikamenten keine Linderung erzielen, können die verengten Stellen operativ erweitert werden.

Allergischer Schnupfen oft unterschätzt

Auch die Folgen des allergischen Schnupfens werden nach Ansicht des Berufsverbandes der HNO-Ärzte oft unterschätzt. Wird er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sich daraus ein allergisches Asthma entwickeln. Ein Allergietest verschafft Klarheit. Häufig sind Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen die Auslöser. Eine gezielte antiallergische Therapie mindert die Gefahr von Folgeerkrankungen deutlich.

Kann die Luft nicht mehr gleichmäßig in beide Nasenhöhlen einströmen, kann auch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand dafür verantwortlich sein. Die Betroffenen bekommen dann nicht mehr genügend Luft und atmen stattdessen durch den Mund. Das hat zur Folge, dass sie nachts oft schnarchen und führt mitunter auch zu Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Ist die Nasenscheidewand stark verkrümmt, hilft meist nur eine Operation.

Alarmsignal Schnarchen

Lautes und unregelmäßiges Schnarchen in der Nacht und andauernde Müdigkeit während des Tages sind oft erste Anzeichen einer Schlafapnoe. Weil bei den nächtlichen Atemstillständen der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, schlägt das Gehirn Alarm. Puls und Blutdruck gehen nach oben und die Atmung setzt mit heftigem Luftschnappen wieder ein. Mit jeder Alarmreaktion wird der Schlaf unterbrochen. Die Folgen machen sich am Morgen bemerkbar, wenn die Betroffenen übermüdet aufwachen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bergen die Atemstörungen während des Schlafs erhebliche Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Liegt den nächtlichen Atemaussetzern eine Verengung der oberen Atemwege zugrunde, sprechen Experten von einer obstruktiven Schlafapnoe. Dagegen handelt es sich bei der zentralen Schlafapnoe um eine Fehlfunktion im zentralen Nervensystem. Dabei setzt das Gehirn für Sekunden die Atemimpulse aus und die Atmung steht still.

Bestätigt sich bei der Untersuchung der Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe, hilft laut DGSM in leichteren Fällen manchmal bereits eine Änderung der Lebensweise. Dazu zählt Abnehmen ebenso wie der Verzicht aufs Rauchen sowie auf Alkohol vor dem Schlafengehen. Auch Nasenpflaster oder Bissschienen können hilfreich sein. In schweren Fällen erweist sich die Überdruckbeatmung als wirksamstes Mittel. Über eine Atemmaske wird dem Patienten dabei mit leichtem Überdruck Luft zugeführt, wodurch die Atemwege offengehalten werden.

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Ameri, Abdol A. (2009): Schlafbezogene Atemstörungen. Ein kardiovaskulärer Risikofaktor. In: Pneumo News. H. 4, S. 48-49. Online: http://www.pneumologie.de/fileadmin/pneumologie/downloads/CISION/Pneumo-News_Ausg._4-09__S.48-49.pdf?cntmark; Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (o.J.): Obstruktive Schlafapnoe. Therapiemöglichkeiten und individuelle Behandlungsstrategien. Patientenratgeber. Online: http://www.dgsm.de/downloads/dgsm/arbeitsgruppen/ratgeber/neu-Nov2011/Apnoe_A4.pdf; Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (2014): Chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen: Gute Erfolgsaussichten dank moderner Therapieverfahren. Online: http://www.hno-aerzte.de/index.php?detail=true&subblockid=4400&mainmenuid=4&submenuid=17; Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (2013): Unterschätzte Gefahr: Bei allergischem Schnupfen HNO-Arzt aufsuchen. Online: http://www.hno-aerzte.de/index.php?detail=true&subblockid=4052&mainmenuid=4&submenuid=17; Dolliner, Peter (2011): Schlafbezogene Schlafstörungen und kardiovaskuläre Erkrankungen. Online auf Universimed: http://kardiologie-gefaessmedizin.universimed.com/artikel/schlafbezogene-atemst%C3%B6rungen-und-kardiovaskul%C3%A4re-erkrankungen; abgerufen im Juni 2015