Asthma: Wenn es eng wird in den Bronchien

Allergisches Asthma ist bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen. (Foto: Zlatan Durakovic / Fotolia)
Allergisches Asthma ist bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen. (Foto: Zlatan Durakovic / Fotolia)

Für die sichere Diagnose stehen dem Pneumologen mehrere Methoden zur Verfügung

(dbp/auh) Wer nachempfinden möchte, wie sich Asthmapatienten fühlen, für den hat die Deutsche Lungenstiftung einen Tipp: Durch einen Strohhalm atmen – nach kurzer Zeit beginnt die Atemnot. Gesunde Menschen können einfach den Strohhalm zur Seite legen und wieder durchatmen. Kranke müssen mit dieser bedrohlichen Einschränkung leben.

Asthma bronchiale ist eine häufige Erkrankung der Atemwege. In Deutschland leiden etwa zehn Prozent aller Kinder unter 15 Jahren und fünf Prozent der Erwachsenen darunter. Die Krankheit ist gekennzeichnet von einer chronischen Entzündung der Bronchialschleimhaut. Dadurch werden die Atemwege überempfindlich gegen Reize, die ein Gesunder gar nicht bemerkt, zum Beispiel Kälte oder Schadstoffe in der Luft. Als Reaktion auf diese Reize ziehen sich die Muskelfasern in den Bronchialwänden zusammen, die Bronchien verengen sich und die gefürchtete Atemnot entsteht.

Zigarettenrauch ist häufigster Auslöser für kindliches Asthma

Je nachdem, welche Ursachen die Erkrankung hat, unterscheidet man allergisches (extrinsisches) und nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma. Das allergische Asthma ist bei Kindern und Jugendlichen häufiger als bei Erwachsenen. Passivrauchen ist die häufigste Ursache für kindliches Asthma. Andere typische Auslöser sind Tierhaare, Vogelfedern, Hausstaubmilben, Pflanzenpollen und Schimmelpilzsporen, bei Erwachsenen auch berufsbedingte Allergene wie Mehlstaub, Latex oder Reinigungsmittel.

Nicht-allergisches Asthma wird nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) häufig durch Infekte verstärkt. Parallel treten oft eine Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenpolypen oder eine Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit (ASS-Intoleranz) auf. Äußere Reize (Duftstoffe, Zigarettenrauch) und psychische Belastungen können die Beschwerden verstärken.

Asthma von COPD unterscheiden

An den Symptomen, die bei beiden Asthmaformen gleich sind, kann man die Krankheit gut von der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) unterscheiden, die sich auch mit Husten, Atemnot und Auswurf bemerkbar macht und ähnlich weit verbreitet ist. Asthmapatienten leiden unter einem trockenen Reizhusten, auch nachts. Für COPD hingegen ist ein morgendlicher, produktiver Husten (mit Auswurf) typisch. Die Atemnot tritt bei Asthma anfallsartig auf, bei COPD eher bei körperlicher Belastung. Typisch für Asthma ist das sogenannte Giemen, ein pfeifend-zischendes Geräusch, das man beim Ausatmen hört, oft sogar mit „bloßem Ohr“, also ohne Stethoskop.

Sichere Diagnose braucht mehrere Tests

Zur sicheren Diagnose nutzt der Lungenfacharzt (Pneumologe) mehrere Methoden. Die einfache Lungenfunktionsprüfung kann bei Asthmatikern ganz unauffällige Werte ergeben, wenn sie im anfallsfreien Zeitraum durchgeführt wird.

Der sogenannte inhalative Provokationstest hingegen misst die Empfindlichkeit der Bronchialschleimhaut, die „bronchiale Hyperreagibilität“. Dazu wird in steigenden Dosen eine die Atemwege reizende Substanz über ein Inhaliergerät vernebelt und vom Patienten eingeatmet. Der Asthmatiker reagiert dann mit einer leichten Einengung der Bronchien, die in der Lungenfunktion gemessen werden kann. Ähnlich funktioniert ein medikamentöser Test, bei dem vor und nach der Gabe eines die Bronchien erweiternden Medikamentes die Lungenfunktion gemessen wird.