Arzneimittel sind beratungsbedürftig

Wenn es um Arzneimittel mit speziellen Darreichungsformen wie Insulinspritzen oder Asthmasprays geht, ist der Beratungsbedarf in der Apotheke besonders groß. (Foto: Gerhard Seybert / Fotolia)
Wenn es um Arzneimittel mit speziellen Darreichungsformen wie Insulinspritzen oder Asthmasprays geht, ist der Beratungsbedarf in der Apotheke besonders groß. (Foto: Gerhard Seybert / Fotolia)

Der Apotheker kennt mögliche Gegenanzeichen und Wechselwirkungen.

(dbp/fru) Schnell mal in die Apotheke und Arzneimittel zur Selbstmedikation gekauft – das passiert täglich millionenfach in Deutschland. Aber auch hier gilt, genauso wie bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln: Man sollte immer Dosierungs- und Anwendungsvorschriften sowie Gegenanzeigen und Wechselwirkungen der Medikamente kennen. Denn wer seine Arzneimittel nicht korrekt anwendet, riskiert ungewollte Wirkungen. Das muss nicht sein, wenn man sich etwas Zeit in der Apotheke nimmt und sich vom Apotheker beraten lässt.

„Sie können immer auf die kompetente Beratung der Apotheker vertrauen“, betont die Apothekerkammer Hamburg. Täglich erklären Apotheker die Wirkung und die Einnahme vieler Arzneimittel: Groß ist der Beratungsbedarf bei Arzneimitteln, deren Wirkung Patienten nicht unmittelbar verspüren, oder bei speziellen Darreichungsformen wie Asthmasprays oder Insulinspritzen. Bei Erkrankungen wie Parkinson sind beispielsweise sehr komplexe Einnahmeschemata einzuhalten.

Kapseln und Tabletten sollte man nicht teilen

Selbst scheinbar unproblematische Medikamente wie Kapseln haben ihre Tücken. Viele Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, öffnen die Kapseln und schlucken den Inhalt. Das kann den Therapierfolg beeinflussen. Denn Kapselhüllen dienen nicht nur als Behältnisse, sondern können eine Schutzfunktion besitzen, die sie magensaftresistent macht. Der Kapselinhalt sollte dementsprechend nicht vor der Einnahme entnommen, sondern die Kapsel immer als Ganzes geschluckt werden. So kann der Wirkstoff den Magen unbeschadet passieren und wie gewünscht im Dünndarm freigesetzt werden.

Ebenso rät die Apothekerkammer Hamburg davon ab, Tabletten ohne vorherige Rücksprache mit dem Apotheker zu teilen. Viele Tabletten besitzen Überzüge, die vor der Magensäure schützen oder eine verlängerte Wirkstofffreigabe ermöglichen. Wer solche Tabletten teilt, riskiert einen Wirkstoffverlust oder unerwünschte Nebenwirkungen.

Grundsätzlich sollten Patienten Tabletten und Kapseln stehend oder aufrecht sitzend schlucken. Im Liegen könnten die Medikamente an der Speiseröhre haften bleiben und diese eventuell beschädigen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Medikamente mit einem Glas nicht zu kaltem, stillem Wasser (auch Leitungswasser) einzunehmen.

Mit Antibiotika vorsichtig umgehen

Bei der Einnahme von Antibiotika kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Lebensmitteln kommen, die auf jeden Fall zu berücksichtigen gilt. Hier ist zudem die genaue Einhaltung von Dosis, Einnahmezeitpunkt- und Dauer entscheidend. Wer auf ein Antibiotikum allergisch reagiert, sollte dies dem Arzt oder Apotheker mitteilen, sodass mögliche Kreuzallergien mit anderen Antibiotika verhindert werden können. Eine der häufigsten Fehlanwendung bei Antibiotika ist das vorzeitige Absetzen der Medikamente. Das kann ein Wiederaufflammen des Infekts hervorrufen. Oder schlimmer: Es können sich Resistenzen gegen das eingenommene Antibiotikum entwickeln. Daher sollten Patienten eine begonnene Antibiotikabehandlung bis zum Ende durchhalten.

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