Arzneimittel nicht ins Essen mischen

Arzneimittel in Saftform sollten mit dem beiliegenden Messlöffel verabreicht werden, damit die Dosis stimmt. (Foto: detailblick / Fotolia)
Arzneimittel in Saftform sollten mit dem beiliegenden Messlöffel verabreicht werden, damit die Dosis stimmt. (Foto: detailblick / Fotolia)

Apotheker geben Eltern Tipps für den Umgang mit Medikamenten für Kinder

(dbp/auh) Wenn Kinder Medizin benötigen, stehen Eltern häufig vor einem Problem: Wie verabreicht man Arzneimittel an ein Kind, das sich dagegen wehrt? Manchmal helfen nur Ausdauer und kleine „Bestechungen“, meistens reichen ein paar Tricks. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, warnt vor Fehlerquellen und gibt Tipps, was Eltern bei der Gabe von Medikamenten beachten sollten.

Arzneimittelsäfte verlieren im Essen ihre Wirkung

Husten- und Fiebersäfte schmecken heutzutage meist sehr angenehm, aber bei Antibiotika ist es schwierig, den Geschmack zu verbessern, da die Wirkstoffe in der Regel eher unappetitlich riechen und schmecken. Eltern sollten sich dennoch nicht dazu verleiten lassen, Antibiotikasäfte unter das Essen zu mischen. Erstens kann es sein, dass das Kind sein Essen wegen des Geruchs nun gar nicht anrührt, zweitens kann der Wirkstoff durch Verbindung mit dem Nahrungsmittel seine Wirkung einbüßen. Wenn das Kind seine Mahlzeit nicht aufisst, bekommt es keine ausreichende Dosis des Arzneimittels. Und gerade die exakte Dosis ist entscheidend, damit das Medikament wirken kann.

Die Dosis exakt einhalten

Vielen Arzneimitteln für Kinder ist ein Messlöffel beigelegt. „Da die üblichen Tee- und Esslöffel aus dem Haushalt in ihrer Größe stark variieren, sollte dringend der Messlöffel verwendet werden“, erklärt Erika Fink. Für Teilmengen sind Markierungen auf dem Löffel vorhanden; kleinere Mengen unter fünf Millilitern sollten besser mit einer Einwegspritze (natürlich ohne Nadel) aufgezogen werden, um eine exakte Dosierung zu gewährleisten. Das Arzneimittel wird dann vorsichtig in den Mund gespritzt.

Vitamin-D-Tablette für Säuglinge richtig auflösen

Wird die Vitamin-D-Tablette im Fläschchen aufgelöst, bleiben dort oft Reste zurück. Sicherer ist es, etwas Milch auf einen Teelöffel zu geben und die Tablette hineinzulegen. Wenn sie in der Milch zerfallen ist, kann dem Kind der Löffel verabreicht werden. So ist gewährleistet, dass die ganze Tablette in den Kindermund gelangt.

Augentropfen bei geschlossenen Augen geben

Gerade Augentropfen können von Kindern gut „abgewehrt“ werden. Fällt der Tropfen hinunter, wird das Auge sofort geschlossen. In der Tat kann man Augentropfen aber bei geschlossenen Augen verabreichen. Einfach den Tropfen in den inneren, nasenzugewandten Augenwinkel tropfen. Wenn das Kind das Auge öffnet, rollt der Tropfen automatisch hinein.

Zäpfchen: das stumpfe Ende zuerst

Bei Zäpfchen hat es sich bewährt, die stumpfe Seite vorweg einzuführen. Der Schließmuskel schließt sich um das spitze Ende des Zäpfchens besser und ein Herausgleiten oder Herausdrücken des Zäpfchens durch das Kind kommt viel seltener vor.

Erika Fink rät jungen Eltern, die noch keine Erfahrung mit der Gabe von Arzneimitteln haben und nervös sind, sich beim ersten Mal von einer erfahrenen Person helfen zu lassen oder Rat in der Apotheke einzuholen, damit sich die Angst nicht auf das Kind überträgt.