Arthritis von Arthrose unterscheiden

Eine rheumatoide Arthritis beginnt in vielen Fällen an den Grundgelenken der Finger. (Foto: Fotolia / highwaystarz)
Eine rheumatoide Arthritis beginnt in vielen Fällen an den Grundgelenken der Finger. (Foto: Fotolia / highwaystarz)

Symptome lassen sich oft nicht eindeutig zuordnen.

(dbp/spo/fru) Der Mensch hat an den Knochenenden flexible Gelenke. Sie lassen sich in verschiedene Richtungen drehen und machen Bewegungen überhaupt möglich. Davon führen wir viele Tausend am Tag durch, meist ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Erst wenn die Verbindungsstellen an den Knochenenden erkrankt sind, merken wir, wie wichtig die Gelenke für uns sind. „Gelenke geben Halt. Gelenke haben wichtige Strukturen, die bestimmte Bewegungen führen und andere aber verhindern. Ein Fingerspitzengelenk z. B. kann nur wie ein Scharnier bewegt werden. Es ist jedoch nicht zur Seite hin aufklappbar. Gegen falsche Bewegungen ist das Gelenk gesichert. Diesen Schutz geben Teile der Gelenkkapsel (sogenannte „fibröse Kapsel“) und die Gelenkbänder“, heißt es von der Deutschen Arthrose-Hilfe.

Bei Arthrose ist die Knorpelschicht beschädigt

Jeder Knochen im menschlichen Körper ist zudem mit einer dünnen Knorpelschicht überzogen. Weil Gelenke besonderen Belastungen standhalten müssen, sorgt zusätzlich eine Flüssigkeit (sogenannte Gelenkschmiere oder Synovialflüssigkeit) dafür, dass Bewegungen glatt und reibungslos ablaufen. Wird die Knorpelschicht jedoch faserig und dünn, entsteht eine Arthrose – zu Deutsch Gelenkverschleiß. Etwa die Hälfte der über 60-Jährigen in Deutschland leidet unter Arthrose. Die Krankheit ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit.

Ursachen dafür können z. B. angeborene Fehlstellungen und Knorpeldefekte, entzündliche Gelenkerkrankungen und vermutlich auch eine falsche Ernährung sein. In den meisten Fällen ist die Arthrose allerdings Folge von Fehlbelastungen – sei es wegen Übergewichts oder einer dauerhaft einseitigen Beanspruchung bei Arbeit und Sport. Grundsätzlich können Arthrosen in allen Gelenken des Körpers auftreten. Dabei spielt auch das Alter eine wichtige Rolle, denn mit den Jahren wird die schützende Knorpelschicht stetig dünner, bis im Extremfall Knochen auf Knochen reibt. Heilbar ist die Arthrose übrigens nicht. Der Krankheitsverlauf kann deshalb nur gebremst werden – etwa mit Krankengymnastik, orthopädischen Hilfen oder Schmerzmitteln. Im späten Stadium kann meist nur noch der Einsatz eines künstlichen Gelenks helfen.

Anhaltende Entzündungsschübe

Von einer Arthrose muss man eine Arthritis (Gelenkentzündung) unterscheiden. Diese kann in verschiedenen Formen auftreten. „Frauen sind ca. dreimal öfter betroffen als Männer. Auftreten kann die Erkrankung in jedem Lebensalter, am häufigsten zwischen dem vierzigsten und sechzigsten Lebensjahr“, erklärt die Deutsche Rheuma-Liga. Kennzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind länger als sechs Wochen anhaltende Entzündungen in mehreren Gelenken, oft an beiden Körperhälften gleichzeitig.

In vielen Fällen beginnen die Entzündungen an den Grundgelenken der Finger und Zehen, die dann sehr druckempfindlich werden. Zudem schwellen sie an, werden heiß und unbeweglich. Typisch für die rheumatoide Arthritis ist auch die morgendliche Steifheit der Gelenke. Rauchen verschlechtert den Krankheitsverlauf und begünstigt offenbar auch die Entstehung der Entzündungen. Die Gelenkzerstörung schreitet erfahrungsgemäß in den ersten beiden Jahren am stärksten voran. Patienten sollten daher schnellstens an einen Rheumatologen überwiesen werden, weil mit einer schnellen Behandlung die Weichen für einen insgesamt milderen Verlauf gestellt werden können.