Arterien: alles im Fluss?

Sport, Normalgewicht und leichte Kost sind keine Garantie für gesunde Gefäße, reduzieren aber das Erkrankungsrisiko. (Foto: PhotographyByMK / Fotolia)
Sport, Normalgewicht und leichte Kost sind keine Garantie für gesunde Gefäße, reduzieren aber das Erkrankungsrisiko. (Foto: PhotographyByMK / Fotolia)

Was die Gefäßgesundheit gefährdet und wie man Herz und Kreislauf schützen kann

(dbp/auh) Die arterielle Durchblutungsstörung (Arteriosklerose) gilt als Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie entsteht, wenn die Zellen der innersten Schicht der Blutgefäße geschädigt werden und sich darunter Ablagerungen bilden. Es sind Fettmoleküle (das „schlechte“ LDL-Cholesterin), die sich mit zusätzlichen Bindegewebsfasern vereinen und schließlich sogenannte Plaques bilden. Diese verengen das Blutgefäß und behindern den Blutfluss.

Durch diese Unterversorgung kann ein schmerzhaftes Druck- und Engegefühl hinter dem Brustbein entstehen (Angina pectoris). Das größte Risiko: Platzt eine solche Plaque infolge von Entzündungsprozessen auf, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA) nennt sechs Hauptrisikofaktoren für Arteriosklerose:

Bluthochdruck

Erhöhter Blutdruck schädigt auf Dauer die innere Arterienschicht, dadurch verschlechtert sich die Gefäßelastizität. Die DGA rät zu regelmäßigen, ärztlichen Kontrollen des Blutdrucks. „Wer als oberen Wert (Systole) über 140 mmHg und als unteren Wert (Diastole) über 90 mmHg hat, sollte auf jeden Fall seinen Arzt um Rat fragen“, empfehlen die Gefäßspezialisten.

Diabetes mellitus

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, bei der der Blutzuckerspiegel krankhaft erhöht ist. Da zu hohe Zuckerwerte im Blut die Gefäßgesundheit gefährden, haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und in der Folge auch für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie für die Verschlusskrankheit der Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK).

Das erhöhte Risiko, das sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker betrifft, kann nach Angaben des Deutschen Diabetes-Zentrums reduziert werden. Zum einen müsse der Diabetes „gut eingestellt“ werden (verbesserte HbA1c-Werte), zum anderen führe eine Senkung des Blutdrucks (des systolischen Blutdrucks um 10 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks um 5 mm Hg) nachweislich zu einer deutlichen Verminderung des kardiovaskulären Risikos.

Rauchen

Die schädlichen Folgen des Rauchens schildert die DGA sehr deutlich: „Jeder Zigarettenzug verändert im Blut eine Milliarde Sauerstoffmoleküle in freie Radikale, die wie Torpedos die Gefäßwände angreifen.“ Auch reduzierter Tabakkonsum ist eine Gefahr für die Arteriengesundheit. Daher der Rat: „Versuchen Sie dringend, mit dem Rauchen aufzuhören.“

Zu hohe Blutfette, Bewegungsmangel, Übergewicht

Für sich genommen, sind erhöhte Blutfettwerte (LDL-Cholesterin und Triglyceride), Bewegungsmangel und Übergewicht keine eigenständigen Risikofaktoren für Arteriosklerose. Treten sie aber zusammen auf oder kommen weitere Faktoren hinzu, wie zum Beispiel Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck, dann steigt das Gesamtrisiko deutlich an.

Die gute Nachricht: Man kann mit wenig Aufwand viel erreichen. So hat beispielsweise ein Rauchstopp oft auch positive Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel. Wer sich sportlich betätigt, trägt dazu bei, dass sein Blutdruck im Normalbereich bleibt. Und wer auf seine Ernährung achtet (bessere Fette, weniger Zucker), senkt sein Diabetes-Risiko.

  • Hintergrundwissen und Tipps für eine gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Arteriosklerose liefert die Broschüre „Gesundes Leben – Gesunde Arterien“ der DGA, die zum kostenlosen Download zur Verfügung steht unter www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/dga-ratgeber.html.