App informiert in 24 Sprachen über Tuberkulose

Eine neue Handy-App informiert über Tuberkulose. (Foto: Bilderbox)
Eine neue Handy-App informiert über Tuberkulose. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Die deutschen Lungenärzte setzen im Kampf gegen Tuberkulose auf die moderne Technik.

Lungenärzte am Forschungszentrum Borstel haben in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose eine App entwickelt, die in 24 Sprachen über die Gefahren von Lungenkrankheit aufklärt. Das teilt der Berufsverband der Pneumologen mit.

Zwar sei die Anzahl der gemeldeten Tuberkulose-Fälle in den vergangenen Jahren in Deutschland immer zurückgegangen. Aber: „Wir sehen eine Zunahme von importierten Fällen. Und bei den Patienten mit ausländischer Herkunft finden sich auch vermehrt multiresistente Keime“, sagt Professor Dieter Köhler, Sprecher des Verbandes der Pneumologischen Kliniken (VPK).

Auffällig sei, dass es mehr kranke Männer als Frauen gibt und dass ausländische Staatsbürger im Vergleich zu kranken Deutschen deutlich jünger seien. Hier sehen die Lungenärzte die Gefahr, dass gerade die junge mobile Generation die Krankheit schneller verbreitet.

Die nun entwickelte kostenlose App „Explain TB“ informiert in 24 Sprachen über die Erkrankung, typische Symptome, Übertragungswege und Komplikationen. „Nicht selten gibt es bei der Behandlung der Tuberkulose auch in Deutschland große Sprachbarrieren“, erklärt Dr. Christian Herzmann, Initiator des Projektes. Neben den gängigen europäischen Sprachen sind die Informationen auch in Russisch, Usbekisch, Ukrainisch oder auch in Tagalog abrufbar, der am stärksten verbreiteten Sprache auf den Philippinen. Weitere Sprachen sind geplant. „Die Informationen sind so aufbereitet, dass der Arzt in englischer Sprache sieht, was der Patient liest oder sich anhört“, so Herzmann. So könne viel besser mit dem Patienten kommuniziert werden.

Weltweit erkranken jedes Jahr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa acht Millionen Menschen an Tuberkulose, die meisten davon in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, China, Südostasien und im Süden Afrikas. 2013 wurden in Deutschland 4.135 Tuberkuloseerkrankungen gemeldet.