Anti-Aging fürs Herz

Zu einem gesunden Lebensstil gehört viel Bewegung an der frischen Luft. (Foto: PictureArt / Fotolia)
Zu einem gesunden Lebensstil gehört viel Bewegung an der frischen Luft. (Foto: PictureArt / Fotolia)

Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, Herz und Gefäße länger jung zu halten

(dbp/auh) Anti-Aging – allein der Begriff ist für viele ein rotes Tuch. Verständlich, denn er klingt nach Jugendwahn und Anti-Falten-Creme. Doch die Forschungsergebnisse der Anti-Aging-Medizin haben viel zum besseren Verständnis von Krankheitsursachen beigetragen.

Denn die Alterung verläuft nicht nach einem festgelegten Schema, aus dem es kein Entrinnen gibt. Der Prozess ist beeinflussbar. Jeder kennt Faktoren, die Menschen offensichtlich schneller altern lassen: Stress, Trauer, Rauchen, Vitaminmangel. Diese Faktoren machen aber nicht nur Falten und graue Haare. Sie setzen auch degenerative und entzündliche Prozesse in Gang, die krank machen können. Diese Ansicht vertrat übrigens schon Aristoteles (384 – 322 v. Chr.), von dem das Zitat überliefert ist: „Krankheit ist vorzeitiges Altern.“

Das mag nicht für alle Krankheiten gelten. Aber zumindest für solche, für die „das Alter“ als eigenständiger Risikofaktor gilt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören dazu. „Wir leben in einer Gesellschaft, deren Lebensweise den Herzinfarkt begünstigt“, beklagt die Deutsche Herzstiftung in ihrem Ratgeber „dolce vita. Herzgesund leben“. Die Experten geben viele praktische Tipps für einen Lebensstil, der Herz und Gefäße länger jung hält.

Nicht rauchen und mehr bewegen: Diese beiden Empfehlungen sind wahrscheinlich die einzigen, über die sich Mediziner aller Fachrichtungen und Weltanschauungen einig sind. Dass Rauchen nicht nur die Haut, sondern alle Gefäße und Organe bin hin zu Haaren und Fingernägeln alt aussehen lässt, ist unbestritten. Aber Bewegungsmangel hat einen ähnlichen Effekt: Die Sauerstoffzufuhr wird gedrosselt und Ablagerungen in den Gefäßen entstehen „vor der Zeit“.

Mediterrane Kost: Die Deutsche Herzstiftung plädiert vehement für einen Ernährungsstil, der sich an der klassischen Mittelmeerküche orientiert. Vorstandsmitglied Professor Helmut Gohlke, Spezialist für die Prävention von Herzkrankheiten, ist überzeugt, „dass ein gesünderes und verlängertes Leben durch eine mediterrane Ernährung kein Traum ist, sondern Wirklichkeit werden kann – wenn man diese Chance wahrnehmen will“, so der Kardiologe im Sonderdruck 38/2013 der Deutschen Herzstiftung zum Thema Mittelmeerküche.

Charakteristisch für die herzgesunde Ernährung sind laut Gohlke folgende Komponenten: In erster Linie der hohe Anteil an pflanzlicher Nahrung, also viele verschiedene Gemüsesorten, Salat, Hülsenfrüchte und frisches Obst. An zweiter Stelle nennt der Professor Vollkornprodukte. Auch die Verwendung von Pflanzenölen (Oliven- oder Rapsöl) statt tierischer Fette wirke sich positiv aus; ebenso wie viel Fisch statt Fleisch und frische Kräuter (Petersilie, Basilikum, Thymian, Rosmarin) statt Salz.

Stress lass nach: Stress wird als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine immer größere Bedeutung zugemessen. Wer permanent unter Stress steht, hat auch ständig erhöhte Stresshormonspiegel im Blut. Mögliche Folgen: Insulinresistenz, Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte. Entspannungsmethoden wie beispielsweise Yoga oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson haben daher ganz praktische Anti-Aging-Wirkung.