Anlegen von „Segelohren“ ist Routine

Teilweise gehen Kinder ganz selbstbewusst mit abstehenden Ohren um, viele leiden aber auch darunter. (Foto: Fotolia / edK)
Teilweise gehen Kinder ganz selbstbewusst mit abstehenden Ohren um, viele leiden aber auch darunter. (Foto: Fotolia / edK)

Häufigste vorkommende Fehlbildung der Ohren.

(dbp/spo/fru) Hänseleien anderer Kinder in der Schule, unzufriedene Blicke in den Spiegel – wer abstehende Ohren hat, weiß wie schwer es teilweise ist, mit dieser am häufigsten vorkommenden Fehlbildung der Ohren umzugehen. Das muss jedoch kein endgültiges Schicksal sein. Denn es gibt die Möglichkeit zur Operation. Eine operative Ohrenkorrektur wird medizinisch Otoplastik (auch Otopexie) genannt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) gehört sie inzwischen zur Routine.

Schon Kinder können von Operation profitieren

Besonders bei Schulkindern sind Scham und Minderwertigkeitsgefühle aufgrund abstehender Ohren verbreitet. Weil das äußere Ohr sein Wachstum bereits im fünften Lebensjahr so gut wie abgeschlossen hat, sind auch etwa ab diesem Alter Ohrkorrekturen möglich. Bei Kindern und Jugendlichen wird der Eingriff oft von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Hier lohnt sich also die Nachfrage bei der Kasse. Ansonsten können für diesen kosmetischen Eingriff i.d.R. Kosten zwischen 2.000 und 3.500 Euro anfallen.

Im Vorfeld sollte eine ausführliche Beratung beim Facharzt erfolgen. Denn je nach Art und Ausprägung der Fehlstellung kommen verschiedene Techniken infrage, wie z. B. die Nahttechnik, bei der der Ohrknorpel durch Fadenzug „angelegt“ wird, die Naht-Schnitt-Technik, bei der der Knorpel durch Feilen oder Schneiden abgetragen und neu geformt wird, oder die Ritztechnik, bei der der Knorpel durch einseitiges oberflächliches Anritzen seine Form verändert. Die Otopexie kann unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, Kinder erhalten teils eine Vollnarkose.

Die Operation dauert i.d.R. nur etwa eine Stunde. Patienten müssen dann für ungefähr eine Woche einen speziellen Kopfverband tragen. Kinder sollten während dieser Zeit nicht in die Schule oder den Kindergarten gehen – um Verletzungen am Ohr zu vermeiden. Zudem sollten Patienten ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff auf Sport, das Tragen von Brillen und den Gang in die Sauna verzichten. Noch einige Zeit lang kann das Ohr kälte- und schmerzempfindlich sein. Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Ohrkorrektur mögliche Risiken, z. B. eine schlechte Wundheilung.