Angststörung behindert berufliche Entwicklung

Menschen mit einer sozialen Phobie haben oft Probleme am Arbeitsplatz. (Foto: Bilderbox)
Menschen mit einer sozialen Phobie haben oft Probleme am Arbeitsplatz. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Die soziale Phobie ist eine Angststörung, die – wenn sie sehr ausgeprägt ist – sich besonders im Beruf negativ auswirkt.

Etwa sieben Prozent der Deutschen leiden unter dieser Erkrankung. Besonders ausgeprägt ist sie zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. Ausgerechnet in einer Zeit, die für die berufliche Entwicklung entscheidend ist.

Professor Fritz Hohagen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) beschreibt die Symptomatik: Im Mittelpunkt steht die Furcht, vor sich selbst oder vor anderen als minderwertig zu erscheinen oder negativ bewertet zu werden. Angstbesetzt sind alle Situationen, in denen die Betroffenen mit anderen Menschen in Kontakt treten müssen, sei es im persönlichen Gespräch, am Telefon oder in Besprechungen. „Können solche Stress auslösenden Situationen nicht positiv bewältigt werden, drohen nachhaltige Gefühle von Beschämung, Kränkung und Niedergeschlagenheit“, erklärt der Experte.

Die Betroffenen leiden jedoch nicht nur psychisch, sie entwickeln auch körperliche Beschwerden. Dazu zählen Schwitzen, Zittern, Erröten, Schwindel und Beklemmung. Oft sind sie permanent angespannt. Ein Teufelskreis beginnt, wenn die Betroffenen fürchten, durch die körperlichen Symptome negativ aufzufallen. Denn diese Sorge verstärkt die Angst weiter.

Nach Angaben von Professor Hohagen ist die soziale Phobie gut therapierbar. „Eine soziale Angst kann gut überwunden werden. Bei der Behandlung haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden als sehr wirksam erwiesen. Ist die Angsterkrankung stark ausgeprägt oder liegt zusätzlich eine Depression vor, können begleitend spezielle Medikamente eingesetzt werden“, so der Direktor der Lübecker Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ziel einer Therapie ist es, dass die soziale Phobie verschwindet oder wenigstens so in den Griff zu bekommen ist, dass der Patient souverän damit umgehen kann und die Störung sein Leben nicht weiter negativ beeinflusst.