Alkoholsucht: Auch Angehörige brauchen Hilfe

Suchtberatungsstellen stehen auch Angehörigen von Suchtkranken offen. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)
Suchtberatungsstellen stehen auch Angehörigen von Suchtkranken offen. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

(dbp/spo) Alkoholsucht ist eine Krankheit, die sich auf die ganze Familie und den Freundeskreis auswirken kann.

Deshalb sollten auch die Angehörigen von Erkrankten Hilfe suchen.

Dr. Robert Hämmig von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) rät Betroffenen, eine Beratungsstelle aufzusuchen und sich gut über die Krankheit und ihre Folgen zu informieren. Auch Selbsthilfegruppen können eine große Unterstützung sein, wenn es darum geht, den Alltag mit einem Alkoholkranken zu bewältigen.

Suchtkranke nicht entschuldigen oder decken

Eine Alkoholsucht bleibt oft lange unbemerkt, viele Abhängige gestehen sich ihre Sucht erst nach Jahren ein. Angehörige und Freunde sollten nach Empfehlung der SGPP bei einem Verdacht das Thema offen ansprechen und versuchen, den Betroffenen zu einem Beratungsgespräch oder Facharztbesuch zu motivieren.

Falsch sei es, ihn dabei zu unterstützen, seine Krankheit nach außen hin zu kaschieren und sein Verhalten anderen gegenüber zu entschuldigen oder zu decken. Der Grund: „Eine positive Änderung des Trinkverhaltens kann nur dann stattfinden, wenn der Süchtige bereit ist, sich helfen zu lassen und etwas zu unternehmen“, sagt Dr. Hämmig. Und das sei meist nur der Fall, wenn er deutlich spürt, dass sein Verhalten negative Auswirkungen hat.