Aktive Gesundheitsvorsorge im Fitnesscenter

Rückenkurse werden von vielen Krankenkassen bezuschusst. (Foto: drubig-photo / Fotolia)
Rückenkurse werden von vielen Krankenkassen bezuschusst. (Foto: drubig-photo / Fotolia)

Die sogenannte Primärprävention wird von den Krankenkassen gefördert

(dbp/auh) Der Fitnessmarkt boomt. Nach Angaben der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ist die Fitnessbranche das am schnellsten wachsende Sportsegment in Deutschland. Ende vergangenen Jahres waren 8,6 Millionen Menschen in einem der bundesweit 7.940 Fitnessstudios angemeldet – so viel wie noch nie. Und ein Ende des Wachstums ist vorerst nicht in Sicht: Nach Prognosen des Arbeitgeberverbandes für die Fitness-Wirtschaft (DSSV) wird im Jahr 2017 die 10-Millionen-Marke erreicht. Refit Kamberovic, Hauptgeschäftsführer des DSSV, glaubt zu wissen, was den Fitnessmarkt derart beflügelt: „Der Wunsch der Menschen, sich sportlich zu betätigen beziehungsweise eine aktive Gesundheitsvorsorge zu betreiben.“

Gesundheitsvorsorge im Fitnessstudio – das ist nicht nur eine clevere Marketingstrategie. Regelmäßiges körperliches Training dient nachweislich der Gesunderhaltung des gesamten Organismus und der Vorbeugung von bestimmten gesundheitlichen Risikofaktoren. Die gesetzlichen Krankenkassen versuchen daher, ihre Versicherten mit unterschiedlichen Methoden auf Trab zu bringen, zum Beispiel mit Bonuspunkten oder Geldprämien. Ob und unter welchen Bedingungen die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter unterstützt wird, ist nicht einheitlich geregelt. Es lohnt sich für jeden Versicherten, bei seiner Kasse gezielt danach zu fragen.

Etwas einfacher zu durchschauen sind die Regeln, wenn es um die Bezuschussung von einzelnen Kursen geht. Die Rechtsgrundlage dafür bildet Paragraf 20, Absatz 1 des fünften Sozialgesetzbuches. Darin heißt es, die gesetzliche Krankenversicherung solle „Leistungen zur Primärprävention“ vorsehen. Gefördert werden sollen Angebote zu vier Themengebieten.

1. Bewegungsgewohnheiten. Dazu zählen zum einen ganz allgemeine Anleitungen zur Reduzierung von Bewegungsmangel sowie zum anderen konkrete Programme zur Prävention bestimmter Gesundheitsprobleme, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Training, Nordic Walking, Aquafitness, Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik oder auch muskelstärkendes Gerätetraining.

2. Ernährung. In erster Linie werden darunter Bildungsangebote verstanden, die über Fehl- und Mangelernährung aufklären sowie Kurse, die beim Abnehmen helfen sollen.

3. Stressmanagement. Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training, Qi Gong oder Tai Chi – für jeden gibt es eine geeignete Entspannungstechnik.

4. Suchtmittelkonsum. Das Angebot umfasst Raucherentwöhnungskurse sowie Kurse, die zu einem moderaten Umgang mit Alkohol verhelfen.

Interessenten finden Präventionskurse in den Programmen von niedergelassenen Ernährungsberatern und Suchttherapeuten, Sportvereinen, kommunalen, kirchlichen und privaten Bildungszentren und natürlich von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen. Wer auf die finanzielle Unterstützung durch seine Krankenkasse angewiesen ist, sollte sich nicht auf den Vermerk „anerkannt nach § 20 SGB V“ verlassen, sondern gezielt nachfragen, ob der spezielle Kurs tatsächlich bezuschusst wird. Die Höhe des Zuschusses und die Bedingungen für die Kostenerstattung sind von Kasse zu Kasse verschieden.