Aktiv bleiben – auch mit COPD

In der Lungensportgruppe werden Ausdauer, Muskelkraft und Koordination trainiert. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)
In der Lungensportgruppe werden Ausdauer, Muskelkraft und Koordination trainiert. (Foto: Robert Kneschke / Fotolia)

Atemtraining und körperliche Aktivität erleichtern Patienten den Umgang mit der Erkrankung

(dbp/auh) Körperliches Training führt bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu einer Linderung der Symptomatik. Lungensportgruppen gibt es in ganz Deutschland. Speziell ausgebildete Übungsleiter bieten in Sportvereinen oder Reha-Einrichtungen Kurse für COPD- und Asthma-Patienten an. Hilfreich sind darüber hinaus atemphysiologische Schulungen zum Erlernen der richtigen Atemtechnik sowie zur Stärkung der Bauchmuskulatur.

Klassische Übungen für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen sind der Kutschersitz und die Lippenbremse. Beim Kutschersitz stützt sich der Patient mit den Ellenbogen auf den Oberschenkeln oder auf einem Tisch ab. Dadurch wird der Brustkorb derart entlastet, dass seine Muskulatur die Atmung unterstützen kann. Diese Körperhaltung wird in Situationen akuter Atemnot oder beim Inhalieren eingenommen.

Die Lippenbremse ist eine Atemtechnik, die der Entspannung der Atmungsmuskulatur dient und vorbeugend in Situationen mit körperlicher Anstrengung angewendet wird. Die Lippen werden dafür wie beim Pfeifen gespitzt, die Oberlippe ist leicht vorgestülpt. Langsam und so lange wie möglich wird nun gegen die nur einen Spalt weit geöffneten Lippen ausgeatmet.

Richtige Atemtechnik plus körperliches Training

Die Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland rät, die Atemtherapie stets mit einem körperlichen Training zu kombinieren. „Als positive Effekte sind eine Erhöhung des Lungenvolumens, eine verbesserte Sauerstoffaufnahme, wie auch die Stärkung des Immunsystems zu nennen“, so der Verband. Auch bedeutet gezieltes körperliches Training praktische Sturzprophylaxe und senkt die Risiken für Demenz, Altersdiabetes und Osteoporose.

Nicht zuletzt steigern die mit der Teilnahme an einer Lungensportgruppe verbundenen sozialen Kontakte das Wohlbefinden. Auf der Internetseite www.lungensport.org finden Interessierte Ansprechpartner der regionalen Lungensportgruppen.

Vor dem Sport zum Lungenfacharzt

Wer keine Möglichkeit hat, an einem organisierten Training teilzunehmen, sollte selbst aktiv werden. Wichtig ist, die richtige Balance zu finden und sich auf keinen Fall zu überanstrengen. Es gibt zwar grundsätzlich keine falsche Sportart für COPD-Patienten, aber es gibt das falsche Maß an Intensität. Ein Beispiel aus dem Portal www.leichter-atmen.de: Tennis und Fußball gehören eigentlich zu den ungünstigen Sportarten, aber wenn sie eher gemächlich ausgeführt werden, spricht wenig dagegen.

Die sportliche Aktivität muss auf die körperliche Konstitution und den Erkrankungsgrad des Patienten abgestimmt sein. Der Lungeninformationsdienst empfiehlt Patienten mit einer Lungenerkrankung, vor dem ersten Training ihren behandelnden Arzt um Rat zu fragen. Ein Lungenfunktionstest könne ermitteln, wie groß die individuelle Belastbarkeit ist und wo die Grenzen liegen. Außerdem solle mit dem Arzt geklärt werden, ob gegebenenfalls Medikamente vor dem Sport einzunehmen sind was bei akuten Beschwerden zu tun ist.

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