Ärzte kritisieren Termingarantie

Nicht immer bekommen Patienten rasch einen Arzttermin. (Foto: Bilderbox)
Nicht immer bekommen Patienten rasch einen Arzttermin. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Die ärztliche Genossenschaft GenoGyn hält das Vorhaben des Gesetzgebers, den Patienten eine Termingarantie beim Facharzt zu gewähren, für „unnötigen Aktionismus“.

Es gebe keinen Bedarf für diese Regelung, findet Dr. Wolf Dieter Fiessler aus dem GenoGyn-Vorstand.

Die meisten Krankenversicherten hätten kein Problem mit langen Wartezeiten auf Arzttermine. „Die deutliche Mehrzahl aller Patienten in Deutschland hat innerhalb von drei Tagen einen Termin, und unter denen, die länger warten müssen, ist dies nur für einen kleinen Prozentsatz ein Ärgernis. Zudem gibt es international kaum vergleichbar kurze Wartezeiten auf Termine wie in Deutschland. Weit wichtiger ist den Patienten hingegen, vom Arzt ihrer Wahl, der ihre Krankengeschichte kennt und ihr Vertrauen hat, behandelt zu werden. Diese freie Arztwahl wird jedoch mit der Beauftragung von zentralen Termin-Servicestellen aufgegeben“, so Dr. Fiessler.

Zugleich warnt der Kölner Frauenarzt vor zusätzlicher Bürokratie und damit verbundenen weiteren unproduktiven immensen Kosten, die dem Gesundheitswesen zusätzlich aufgebürdet werden. Offen sei auch, wer die Terminvergabe der Praxen überprüfe, ob neue Kontrollinstanzen eingerichtet werden müssen und vor allem nach welchen Kriterien die Patienten wohin gelenkt werden.

Gleichzeitig dürfte vielen Patienten nicht bewusst sein, dass eine gesetzliche Termingarantie anonyme Zuteilungsversorgung auf Kosten des Rechts auf persönliche freie Arztwahl bedeutet.