Ärzte kämpfen gegen Impfstoff-Ausschreibungen

Rabattverträge mit Impfstoffherstellern schaden den Patienten, finden die Ärzteverbände. (Foto: Bilderbox)
Rabattverträge mit Impfstoffherstellern schaden den Patienten, finden die Ärzteverbände. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Mehrere Ärzteverbände fordern einen vollständigen Stopp von Impfstoff-Ausschreibungen.

Dabei handelt es sich um Rabattverträge, die die Krankenkassen mit einzelnen Impfstoffherstellern abschließen.

Die Ausschreibung von Impfstoffen hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass es in manchen Bundesländern zu Engpässen bei der Versorgung mit Grippeimpfstoffen gekommen ist. „Wir wollen unsere Patienten medizinisch optimal versorgen und nicht davon abhängig sein, ob ein einzelner ausgewählter Hersteller von Grippeimpfstoffen gerade lieferfähig ist oder nicht“, kritisiert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI).

Neben dem BDI haben sich diesem Appell an die Krankenkassen unter anderem auch die Berufsverbände der Kinder- und Jugendärzte, der Frauenärzte und der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte angeschlossen.

Es sind aber nicht nur die Lieferengpässe, die den Ärzten gegen den Strich gehen. Beispiel: Gegen Influenza gibt es unterschiedliche Impfstoffe. Nicht jeder Impfstoff ist für jeden Patienten gleichermaßen gut geeignet. Reisemediziner empfehlen Besuchern der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien einen tetravalenten Impfstoff, da dieser ein breiteres Erregerspektrum abdeckt. Die Ständige Impfkommission (STIKO empfiehlt für Kinder von zwei bis sechs Jahren einen Grippeimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Für Menschen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, sind Influenza‐Impfstoffe geeignet, die in Zellkulturen produziert werden. Und für schwangere Frauen könnte es auch sinnvoll sein, Grippeimpfstoffe zu verwenden, die frei sind von Konservierungsstoffen. „All diese Aspekte werden bei den bisherigen Ausschreibungen der gesetzlichen Krankenkassen gar nicht berücksichtigt“, klagen die Ärzte.