Achtsamkeit kann depressiven Patienten helfen

Übungen zur Körperwahrnehmung können Patienten mit Depressionen helfen. (Foto: Bilderbox)
Übungen zur Körperwahrnehmung können Patienten mit Depressionen helfen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Bei der Therapie der Depression hat sich die Methode der Achtsamkeit bewährt.

Für Professor Dr. Johannes Michalak von der Universität Witten/Herdecke spielt das Wechselspiel zwischen Körper und Seele eine zentrale Rolle.

Der Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie beschreibt seinen Ansatz der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie: „Die Therapie fängt immer mit einem Element aus der Meditation an. Man liegt auf dem Boden und richtet seine Aufmerksamkeit zuerst auf die Zehen des linken Fußes und erspürt aufmerksam und ohne zu bewerten das Körpergefühl in dieser Region. Dabei ist man ganz offen: egal, ob man da ein Kribbeln, Wärme oder Kälte, ein Wohlgefühl oder ein Ziehen wahrnimmt oder auch gar nichts, all das nimmt man mit einer möglichst wohlwollenden inneren Haltung war. Dann wandert man mit seiner Aufmerksamkeit Stück für Stück durch den ganzen Körper.“

Immer gehe es darum, seinen Körper wahrzunehmen, seine Aufmerksamkeit zu lenken, nicht auf die Vergangenheit, nicht auf die Zukunft, sondern auf den einen Moment, der jetzt gerade stattfindet. „Es geht nicht um eine Bewertung, sondern darum, genau von Bewertungen wegzukommen, sie loszulassen. Depressive verfallen ja immer wieder in diese Grübelprozesse und versinken geradezu darin. Die Achtsamkeit kann ihnen helfen, diesen Übergang, dieses beginnende Abdriften deutlich wahrzunehmen und sich durch das Ausrichten der Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt wieder davon zu lösen“, schildert er die Behandlungsidee.

Seine Forschungen haben ergeben: Die Körperhaltung beeinflusst nicht nur die Gemütsverfassung, sondern auch ganz eindeutig die Merkfähigkeit. Wer zusammengesackt sitzt, kann sich bei einem Gedächtnistest eher die negativen Worte merken, wer aufrecht sitzt, mehr positive.