Abwarten und Tee trinken

Es gibt zahlreiche Hausmittel im Kampf gegen Erkältungssymptome, zum Beispiel Zwiebelsud mit Honig. (Foto: rainbow33 / Fotolia)
Es gibt zahlreiche Hausmittel im Kampf gegen Erkältungssymptome, zum Beispiel Zwiebelsud mit Honig. (Foto: rainbow33 / Fotolia)

Gegen virusbedingte Erkältungskrankheiten gibt es keine ursächliche Therapie

(dbp/auh) Gegen Erkältung gibt es unzählige Hausmittel. Von Lindenblütentee über Zwiebelsud mit Honig bis Ingwerwasser. Beinahe jede Familie hat ihr eigenes Rezept. Auch die Zahl der rezeptfrei erhältlichen Medikamente gegen Erkältungsbeschwerden ist schier unübersehbar: Nasenspray, Hustensaft und Schmerzstiller gibt es in allen Varianten. Manche schwören auf Kombipräparate, die angeblich alle Symptome auf einen Schlag bekämpfen.

Gelber Schleim kein Anzeichen für Bakterien

Wirklich ursächlich gegen die Erkältung hilft aber keines der Mittel und Mittelchen. Auch Antibiotika sind unwirksam, da Erkältungskrankheiten in der Regel nicht von Bakterien verursacht werden, sondern von Viren. Selbst ein schlimmer Husten, der mit Fieber und gelblich-grünem Auswurf einhergeht, ist kein eindeutiger Hinweis auf eine bakterielle Infektion, sondern meist Zeichen einer normalen körpereigenen Virenabwehr. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) mit. Es sei nicht ungewöhnlich, wenn ein solcher quälender Husten bis zu drei Wochen andauert. Diese akute Bronchitis heilt danach auch ohne Medikamenteneinnahme folgenlos ab.

Wenn allerdings hohes oder lang anhaltendes Fieber hinzukommt, wenn Luftnot und rasselnde Atemgeräusche auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um den Verdacht auf Lungenentzündung abzuklären. Denn bei einer bakteriellen Lungenentzündung ist eine Antibiotika-Therapie notwendig.

Gesunde Erwachsene brauchen keine Medikamente

Für ältere Menschen, immungeschwächte Personen, Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen und für kleine Kinder gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Sie sollten sicherheitshalber auch mit einer „normalen“ Erkältung zum Arzt. Hingegen kommen Erwachsene mit einer intakten Immunabwehr ganz gut ohne Medikamente aus. Die DEGAM empfiehlt Erkältungspatienten, die Krankheit in Ruhe auszukurieren: „Nehmen Sie sich Zeit zum Gesundwerden und vermeiden Sie unnötigen Stress und Hektik“, lautet der erste Rat.

Viele Menschen sind der Ansicht, dass sie sich diese Zeit aus beruflichen oder familiären Gründen nicht nehmen können. Immer noch hält sich hartnäckig der Irrglaube, mit der Einnahme von Antibiotika könne man eine raschere Genesung herbeiführen. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass eine solche unangemessene Antibiotika-Gabe vielfach unerwünschte Nebenwirkungen hat, aber keinen Nutzen. Darauf weist auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf www.gesundheitsinformation.de hin.

Hingegen gibt es pflanzliche Mittel, die eine Linderung der Beschwerden bewirken können. Nach Angaben der DEGAM sind das Myrtol, Thymian/Efeu- und Thymian/Primelwurzel-Präparate. Auch können Hausmittel wie Hühnersuppe, Honig, Ingwer oder Inhalationen bedenkenlos ausprobiert werden. Ihre Wirkung sei zwar wissenschaftlich nicht belegt, aber „wenn Sie damit gute Erfahrungen gemacht haben, spricht nichts gegen ihre Anwendung“, so die DEGAM.

Leichtes Fieber kann eine Begleiterscheinung der Erkältung sein, die nicht unbedingt bekämpft werden muss, denn Fieber ist eine körpereigene Strategie zur Virenbekämpfung, so die DEGAM. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen helfen rezeptfrei erhältliche Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen. Aber auch diese Medikamente machen lediglich die Symptome leichter erträglich.