Abreibung mit Salz, Säuren oder Enzymen

Aus Salz und Lavendelöl kann man ein Peeling auch ganz einfach selber machen. Das Salz dient als Abschleifpartikel und das Lavendelöl wirkt hautpflegend und entspannend. (Foto: Reicher / Fotolia)
Aus Salz und Lavendelöl kann man ein Peeling auch ganz einfach selber machen. Das Salz dient als Abschleifpartikel und das Lavendelöl wirkt hautpflegend und entspannend. (Foto: Reicher / Fotolia)

Ein Gesichts-Peeling hilft müder und gestresster Haut wieder auf die Sprünge.

(dbp/nas) Schon im alten Ägypten wusste man um die hilfreiche Wirkung eines Peelings: Salz und Alabaster kamen angeblich in Kombination mit Tierölen zum Einsatz, um die Haut wieder frischer und jünger aussehen zu lassen. Heute stehen der Kosmetikindustrie hochmoderne Substanzen zur Verfügung, aber letztlich ist die Idee genau die gleiche wie vor Hunderten von Jahren: Abgestorbene Hautschüppchen werden entfernt, neue Zellen können nachwachsen.

„Die Haut wird von toten Schuppen und Verunreinigungen befreit, das Hautbild wirkt klarer und im Anschluss können Pflegeprodukte besser einwirken“, erklärt Barbara Fehrenbach vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker den Sinn eines Peelings. Der Begriff stammt aus dem Englischen: „to peel“ bedeutet abschälen.

Mechanische Peelings sorgen für „Abrieb“

Die einfachste Methode, um die Haut „abzuschälen“, ist das mechanische Peeling. Dabei sorgen eben mechanische Reibung und Schleifpartikel für den Effekt. Es gibt Produkte mit Salz- oder Zuckerkristallen ebenso wie Peelings, die Quarzsand, gemahlene Aprikosenkerne oder Kleie enthalten. „Früher hat man sich stattdessen mit der Wurzelbürste geschrubbt“, sagt Barbara Fehrenbach. Mikropartikel aus Plastik sind für die Haut zwar am schonendsten, weil sie rund geschliffen sind, aber aus ökologischer Sicht umstritten.

Bei einem Enzym-Peeling sorgen Enzyme (so genannte Proteasen) dafür, dass Eiweiße in der obersten Hautschicht gespalten werden. Die Methode ist schonender, trocknet aber die Haut eher aus. Wer sowieso schon unter einer besonders trockenen oder auch empfindlichen Haut leidet, sollte mit Peelings vorsichtig sein beziehungsweise darauf verzichten. Bei normaler Haut ist ein Peeling unbedenklich und kann laut Barbara Fehrenbach etwa alle zwei Wochen angewendet werden, um das Hautbild zu verfeinern; bei fettiger Haut einmal wöchentlich.

Tiefergehende Peelings gehören in die Hände von Experten

Unter einem chemischen Peeling versteht man den Einsatz von Stoffen, die die Verbindung zwischen den Hornzellen chemisch lösen; meist Säuren. Hier kommt es auf die Art der Säure und deren Konzentration an, wie tief und stark sie wirkt. Es werden oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Peelings unterschieden. Auch wenn es niedrig konzentrierte Produkte für zuhause zu kaufen gibt, gehört ein tiefergehendes chemisches Peeling aufgrund der möglichen Risiken in die Hände eines Experten – die einer Kosmetikerin oder ab einem mitteltiefen Peeling in die eines Arztes, sagt Dr. Marion Moers-Carpi, Mitglied im Bundesverband Deutscher Dermatologen. „Ein chemisches Peeling erzeugt letztlich Verätzungen“, erklärt die Hautärztin. Das sorgt für eine schnellere Erneuerung der Haut und glättet Falten, ist aber eben invasiv.

Ähnlich verhält es sich mit einem physikalischen Peeling per Laser, das ebenfalls – je nach Level der eingesetzten Energie – unterschiedlich tief und intensiv wirkt und quasi eine Verbrennung erzeugt. Diese Methoden lassen sich nicht mit den mechanischen oder Enzym-Peelings für den Hausgebrauch vergleichen. Die Haut braucht mehrere Wochen, um sich zu regenerieren und man muss auf jeden Fall die Sonne meiden. Dr. Moers-Carpi rät: „Finger weg von Peelings jedweder Art, wenn die Haut entzündet ist, wenn Neurodermitis oder Ekzeme bestehen oder man Medikamente gegen Akne einnimmt.“ Bei allen Substanzen sollten empfindliche Personen darauf achten, dass keine Allergien gegen Inhaltsstoffe bestehen.