Ab ins Bett

In einem Schlaflabor können Patienten mit Schlafstörungen anhand einer sogenannten Polysomnographie gründlich untersucht werden. (Foto: Fotolia / RioPatuca Images)
In einem Schlaflabor können Patienten mit Schlafstörungen anhand einer sogenannten Polysomnographie gründlich untersucht werden. (Foto: Fotolia / RioPatuca Images)

Warum der Mensch seinen Schlaf braucht.

(dbp/fru) Menschen, die andeuten möchten, dass sie etwas mühelos bewerkstelligen können, sagen oft: „Das schaffe ich im Schlaf!“ Den Zustand des Schlafens erreichen viele Menschen selbst jedoch nur mit Mühe. „Schlafstörungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen überhaupt und betreffen mindestens 10 % der Bevölkerung“, heißt es auf dem Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“.

Die Folgen für die Gesundheit können mitunter gravierend sein, denn Schlafstörungen können die seelische Stabilität beeinträchtigen und sogar zu psychiatrischen Erkrankungen (z. B. Depressionen) führen. Schlafstörungen sind auch für die körperliche Gesundheit belastend, denn sie schwächen das Immunsystem. Man vermutet zudem, dass sie auch eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes spielen. Für einen gesunden Schlaf sollten Menschen mit Schlafstörungen also zunächst Ursachenforschung betreiben. Hier kann auch der Besuch in einem Schlaflabor helfen. Dort kann der Schlaf von Patienten mit Schlafstörungen anhand einer sogenannten Polysomnographie gründlich untersucht werden.

Etwa ein Drittel des Lebens wird verschlafen

Dass der Mensch seinen Schlaf braucht, steht außer Frage. Wie lange jedoch geschlafen werden sollte, hängt von den „Schlafbedürfnissen“ der einzelnen Individuen ab und in welcher Lebensphase man sich gerade befindet. Neugeborene liegen z. B. täglich bis zu 16 Stunden in den Federn, Jugendliche und Erwachsene etwa acht. Ab dem vierzigsten Lebensjahr reichen meist sieben Stunden für einen erholsamen Schlaf aus. Im Seniorenalter sogar noch weniger. Man kann also sagen, dass wir insgesamt etwa ein Drittel unseres Lebens verschlafen.

Und das ist auch gut so, denn wir benötigen unseren täglichen Schlaf, um uns zu erholen und um Energie zu sparen. „Der Körper schaltet während des Schlafes auf eine andere Funktionsweise um. Viele Körperteile, die wir tagsüber beanspruchen, kommen nicht mehr oder anders zum Einsatz“, wird auf dem Portal www.schlaf.de erklärt. Beispielsweise hilft der Schlaf unserem Gehirn das am Vortag Erlebte zu sortieren und besser zu verarbeiten.  Gelerntes wird dann dauerhaft abgespeichert, unwichtige Informationen werden gelöscht. Zudem werden die meisten Muskeln „abgeschaltet“ und entspannen sich, um am nächsten Tag wieder leistungsfähig zu sein.

Kurzes Nickerchen am Arbeitsplatz

Unser Tag-Nacht-Rhythmus wird zum großen Teil vom Hormon Melatonin gesteuert. Es wird bei Dunkelheit freigesetzt und durch Tageslicht gehemmt. Deshalb schlafen wir auch eher nachts. Aber nicht nur nachts ist Schlaf wichtig. Auch tagsüber kann er uns Kraft und Energie zurückgeben, beispielsweise in der Mittagszeit, wenn wir ein Leistungstief erleben.

Denn entscheidend für die Erholung ist nicht die Schlafdauer, sondern die Schlafqualität. Diese besteht aus verschiedenen Schlafphasen mit unterschiedlicher Schlaftiefe. Schlaf muss auch nicht unbedingt in einer langen zusammenhängenden Phase erfolgen. Babys schlafen beispielsweise mehrmals täglich in kurzen zusammenhängenden Schlafphasen. So kann auch für uns Erwachsene ein kurzer Tagschlaf in der Mittagspause (Powernapping) die Konzentration und Leistungsfähigkeit wieder deutlich erhöhen.