Ab 50 steigt das Darmkrebsrisiko

Ab dem 50. Geburtstag haben Versicherte Anspruch auf kostenlose Darmkrebsfrüherkennung. (Foto: PhotographyByMK / Fotolia)
Ab dem 50. Geburtstag haben Versicherte Anspruch auf kostenlose Darmkrebsfrüherkennung. (Foto: PhotographyByMK / Fotolia)

Auch wer sich topfit fühlt, sollte die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen

(dbp/auh) Darmkrebs gehört mit Prostata-, Brust- und Lungenkrebs zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Etwa 62.000 Neuerkrankungen gibt es jedes Jahr. Fast zwei Drittel der Patienten haben einen Tumor im Dickdarm (Kolonkarzinom), bei etwa 30 Prozent ist der Mastdarm betroffen (Rektumkarzinom).

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gehört Darmkrebs zu den Krebserkrankungen mit „mittlerer Prognose“. Fünf Jahre nach Diagnosestellung leben noch etwa die Hälfte der Erkrankten. Bei den Todesursachen durch Krebs liegt Darmkrebs an zweiter Stelle bei Männern und an dritter bei Frauen.

Die meisten Menschen könnten ihr individuelles Darmkrebsrisiko deutlich reduzieren, durch eine Lebensstilumstellung und – besonders, wenn Darmkrebs „in der Familie liegt“ – durch frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen.

Welche Lebensstilfaktoren begünstigen die Entstehung von Darmkrebs?

Nach heutigem Kenntnisstand gelten Tabakkonsum und Übergewicht als wichtigste Risikofaktoren. Es folgen laut RKI Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung. Wer regelmäßig Alkohol trinkt und viel Fleisch und Wurst isst, erkrankt laut RKI ebenfalls häufiger an Darmkrebs. Empfohlen werden also eine pflanzenbetonte Kost, wenig Alkohol, keine Zigaretten und viel Bewegung.

Welche Menschen sind „vorbelastet“?

Es gibt auch Risikofaktoren für Darmkrebs, die man nicht selber beeinflussen kann. Dazu gehört eine familiäre Disposition. Wer Verwandte ersten Grades hat, die eine Darmkrebserkrankung oder auch „nur“ Darmpolypen haben oder hatten, trägt selbst ein größeres Erkrankungsrisiko mit sich. Auch bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Darmkrebsrisiko. Dazu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, aber auch Typ-2-Diabetes. Bei den genetischen Erkrankungen FAP (familiäre adenomatöse Polyposis) und HNPCC (hereditäres nicht-polypöses kolorektales Krebssyndrom) besteht bereits in jüngeren Jahren ein sehr hohes Krebsrisiko.

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es?

Das Alter ist übrigens wie bei vielen anderen Krebsarten ein eigenständiger Risikofaktor. Es steigt etwa ab dem 50. Geburtstag kontinuierlich an. Genau ab diesem Alter (dem Beginn des 51. Lebensjahrs) beginnt das gesetzliche Früherkennungsprogramm, zunächst einmal jährlich mit einem Test, der Blut im Stuhl aufspüren kann. Ab 55 Jahre hat dann jeder gesetzlich Versicherte Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Dieses Screening-Schema ist für Gesunde gedacht. Für Versicherte, die Darmbeschwerden haben oder die zur Risikogruppe mit familiär gehäuften Krebsfällen gehören, bezahlen die Kassen die notwendigen Untersuchungen auch vor dem 50. Geburtstag.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Darmkrebs muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Deshalb ist es so wichtig, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen, auch wenn man sich topfit fühlt. Mögliche Warnzeichen sind Blut im Stuhl, Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung im Wechsel, sogenannter Bleistiftstuhl oder auch ein grundloses Völlegefühl.

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