Zuhause alt werden: So geht’s leichter!
Hilfe im Haushalt, ein ambulanter Pflegedienst – es gibt mehrere Möglichkeiten, sich im Alter das Wohnen in den eigenen vier Wänden zu erleichtern. (Foto: Goodluz/Fotolia)Wie der Alltag trotz körperlicher Einschränkung gut funktioniert
In der geliebten Wohnung alt werden, so lange wie möglich die Füße unter den eigenen Tisch strecken – das wünschen sich viele. Doch das Alter bringt es häufig mit sich, dass man wegen körperlicher Einschränkungen auf Hilfe angewiesen ist. Was Betroffene tun können, um den Alltag trotzdem zuhause zu meistern.
1. Putz- und Haushaltshilfe organisieren.
Fenster putzen, Küchenschränke wischen, Staubsauger schleppen oder Rasen mähen – wer unsicher im Gang ist, für den können solche Haushaltstätigkeiten zur Last und sogar zur Gefahr werden. Eine Haushaltshilfe entlastet, wenn keine Angehörigen oder Bekannten einspringen können. Einen Hauswirtschaftsservice bieten auch Pflegedienste an; wer lediglich Hilfe beim Einkaufen braucht, kann sich an Supermärkte mit Lieferservice wenden.
2. Altersgerecht umbauen.
Bevor der Einstieg in Dusch- oder Badewanne zum halsbrecherischen Erlebnis wird, sollte in eine barrierefreie Umgestaltung investiert werden – zum Beispiel in eine große Dusche mit flacher Wanne. Handläufe und Haltegriffe an geeigneten Stellen sorgen dafür, dass Hindernisse wie Stufen auch ohne fremde Hilfe überwunden werden können. Für die Umgestaltung gibt es bei Pflegebedürftigkeit zum Beispiel Zuschüsse von der Pflegekasse.
3. Ambulanten Pflegedienst engagieren.
Wer vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in eine Pflegestufe eingeordnet wurde und pflegerische Betreuung braucht, ist in den Händen eines ambulanten Pflegedienstes gut aufgehoben. Hier gibt es pflegerische und medizinische Leistungen für zuhause. Die Fachkräfte des Pflegedienstes entlasten außerdem pflegende Angehörige.
4. Mittagstisch auf Rädern.
Jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch – dieser Service („Essen auf Rädern“) ist von Menübringdiensten zu haben und interessant für all jene, die nicht selbst kochen können oder nicht mehr kochen wollen. Weil es teils große Unterschiede in Leistungsumfang und Preisen gibt, lohnt es sich, die Anbieter in der Region zu vergleichen. Der Menüservice wird ebenfalls oft von Pflegediensten angeboten. Wer lieber mit anderen zusammen isst, kann eventuell Kantinen in der Nähe nutzen oder bei Seniorenheimen nachfragen. Manche Heime bieten auch Plätze für „Mitesser“ von außen.
5. Hausnotruf installieren.
Der Hausnotruf (auch: Rufhilfe) ist ein Rund-um-die-Uhr-Notrufservice in den eigenen vier Wänden. Gegen eine Grundgebühr wird an das vorhandene Telefon eine Sender/Empfänger-Kombination angeschlossen. Dazu gehört ein kleines Sendegerät (Funkfinger), das der Pflegebedürftige am Handgelenk, um den Hals oder in der Hosentasche trägt. Wird ein Knopf auf dem Funkfinger gedrückt, erhält die Hausnotrufzentrale ein Signal und kann über eine Freisprechanlage direkt mit dem Hilfesuchenden Kontakt aufnehmen. Angeboten wird dieser Service von Wohlfahrtsverbänden und Pflegediensten. Die Kosten können von den Pflegekassen erstattet werden, denn die Rufhilfe ist ein anerkanntes Pflegehilfsmittel.

