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Zucker: lebenswichtig und überflüssig zugleich

Zucker, BonbonsZucker gehört zu den Bausteinen des Lebens. (Foto: photocrew / Fotolia)

(dbp/kmh) Ohne Zucker kein Leben, heißt es. Aber Süßigkeiten sind doch ungesund, oder?

Des Rätsels Lösung liegt in der komplexen Struktur des Zuckers.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen gesunden Menschen nach wie vor, die Hälfte ihrer täglichen Kalorienmenge über Kohlenhydrate zu decken. Der Löwenanteil besteht am besten aus stärke- und ballaststoffhaltigen Lebensmitteln, also beispielsweise aus Vollkorn- und Mischbrot, Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Hülsenfrüchten.

Zucker und daraus hergestellte Produkte wie Kekse, Gummibärchen oder Schokoriegel und insbesondere zuckerhaltige Getränke sollten nur einen kleinen Teil der täglichen Kohlenhydratmenge ausmachen. In den evidenzbasierten Leitlinien zur Kohlenhydratzufuhr der DGE erklären die Experten, dass ein hoher Konsum süßer Getränke das Risiko für Übergewicht, und daraus resultierend für einen Typ-2-Diabetes, erhöht.

Zucker steckt auch in Brot und Obst

Ein normalgewichtiger Mensch, der gerne Süßes isst, muss natürlich deswegen nicht krank werden. Aber eigentlich braucht der Mensch gar keinen zusätzlichen Zucker. Denn jeglicher Zucker, also auch der aus Brot, Milch oder Obst, wird im Körper in seine Einzelbausteine zerlegt.

Der Begriff Zucker umfasst alle Einfach- und Doppelzucker, die in Lebensmitteln enthalten stecken. Die wichtigsten Vertreter der Einfachzucker sind Trauben- und Fruchtzucker (Glucose und Fructose). Zweifachzucker ist der klassische Haushaltszucker (Saccharose), Malz- (Maltose) und Milchzucker (Laktose).

Wenn man Nahrung zu sich nimmt, passiert im Körper folgendes: Die darin enthaltenen Mehrfachzucker werden in ihre Einzelbausteine zerlegt. Übrig bleibt der Einfachzucker Glucose. Dieser wird mit Hilfe des in der Bauchspeicheldrüse produzierten Insulins in die Zellen transportiert. Also hat auch der gesunde Mensch stets eine gewisse Menge Zucker im Blut. Anzeichen eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels können Konzentrationsschwäche, Schwindel oder Schweißausbruch sein. Damit der Blutzucker schnell wieder in Balance gerät, ist Traubenzucker das Mittel erster Wahl. Blitzschnell fühlt man sich besser.

Damit der Zuckerspiegel ausgeglichen bleibt, sind komplexe Kohlenhydrate aber besser geeignet. Auch Vollkornbrot oder Obst kann den Heißhunger auf Süßes stillen.

Ist brauner Zucker gesund?

Mancher meint, sich etwas Gutes zu tun, wenn er auf weißen Rübenzucker verzichtet und stattdessen braunen Rohr- oder Vollrohrzucker nimmt. Brauner Zucker ist entweder das Zwischenprodukt der Zuckerherstellung (Rohzucker) oder es handelt sich um Weißzucker, der mit Melasse (Zuckersirup) eingefärbt oder durch Erhitzen karamellisiert wurde. Der dritte Braune, der Vollrohrzucker (Rohrohrzucker) wurde nicht raffiniert, sondern besteht aus dem eingedickten, getrockneten und anschließend gemahlenen Saft des Zuckerrrohrs.

Die ernährungsphysiologisch relevanten Inhaltsstoffe unterscheiden sich nur minmal. Deshalb ist brauner Zucker eher eine Frage des Geschmacks als eine der gesunden Ernährung.    

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