Wohnen im Alter: Daheim oder im Heim?
Anlagen für betreutes Wohnen bieten den Bewohnern Eigenständigkeit, bei Bedarf aber auch Hilfestellung. (Foto: P. Maszlen/Fotolia)Darüber, wie das eigene Leben und Wohnen im Alter aussehen könnte, machen sich viele keine Gedanken. Grundsätzlich müssen Senioren ja auch nicht anders wohnen als junge Menschen – es sei denn, eine Krankheit schränkt die Bewegung und die Leistungsfähigkeit ein.
Dann sind verschiedene Wohnformen denkbar.
1. Zuhause bleiben
Viele möchten gerne so lange wie möglich im eigenen Zuhause bleiben. Allerdings wird es mit zunehmendem Alter oft schwer, Treppen zu überwinden oder im Bad sicher aus der Wanne zu steigen. Eine Lösung ist hier der barrierefreie Wohnungsumbau. Oft helfen schon kleinere Maßnahmen wie etwa eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe oder Schrägen, damit der Rollator Stufen überwinden kann. Wenn sich das bisherige Zuhause nicht umbauen lässt, bleibt noch die Möglichkeit, in eine entsprechende Wohnung umzuziehen. Bei der Sanierung oder dem Neubau von Wohnanlagen legen die Bauherren besonders in größeren Städten immer öfter Wert auf Barrierefreiheit.
2. Betreutes Wohnen
Weil der Begriff „betreutes Wohnen“ nicht gesetzlich geschützt ist, können die Angebote hier unterschiedlich ausfallen. In der Regel sind es Wohnanlagen, in denen Senioren barrierefrei wohnen und zusätzlich bestimmte Dienstleistungen nutzen können. Das reicht vom Hausmeisterservice über eine hauseigene Notrufanlage bis hin zur Haushaltshilfe oder einem ambulanten Pflegedienst – ganz nach Bedarf. Manche Wohnanlagen sind an Alten- und Pflegeheime angegliedert.
3. Wohn- und Hausgemeinschaften
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit einer Senioren-Wohngemeinschaft oder einer Hausgemeinschaft, in der Menschen verschiedener Altersgruppen zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen. Solche Projekte gibt es erst wenige, einen kleinen Überblick bietet das Forum Gemeinschaftliches Wohnen (www.fgw-ev.de).
Wohngemeinschaften werden auch speziell für Demenzpatienten angeboten. Dort leben etwa sechs bis zwölf Patienten zusammen und teilen sich die Gemeinschaftsräume. Die Selbstbestimmtheit der Bewohner so lange wie möglich zu erhalten ist das Ziel – über die Gestaltung der Räume oder den Einzug neuer Mitbewohner entscheiden sie deshalb in der Regel gemeinsam. Die pflegerische Betreuung rund um die Uhr übernehmen Mitarbeiter eines Pflegedienstes. Solche WGs werden oft von Vereinen und Verbänden wie etwa den Alzheimer Gesellschaften organisiert.
4. Alten- und Pflegeheime
Meist werden die Begriffe Altenheim und Pflegeheim gleichgesetzt, jedoch sind Altenheimbewohner nur hilfs-, nicht pflegebedürftig. Ihren Haushalt führen sie aber auch nicht alleine. In Ausstattung, Preis und Leistung gibt es bei den Heimen große Unterschiede, weshalb man vor dem Umzug unbedingt mehrere Anbieter vergleichen sollte.
Über die Kosten der verschiedenen Wohnformen lässt sich nur schwer etwas sagen, weil sie unter anderem von den Mietpreisen vor Ort abhängen. Wie man im Alter wohnen kann, ist neben der Gesundheit eine Frage des Geldes und letztlich auch des Typs: Während der eine sich die Ruhe der eigenen Wohnung wünscht, braucht der andere etwas Geselligkeit.

