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Wie Schuheinlagen angepasst werden

Um eine passgenaue Einlage herzustellen, muss ein Abdruck des Fußes genommen werden. (Foto: Lupico/Fotolia)Um eine passgenaue Einlage herzustellen, muss ein Abdruck des Fußes genommen werden. (Foto: Lupico/Fotolia)

Orthesen vom Orthopädieschuhmacher sind Maßarbeit. Sie wird entweder aus vorgefertigten Rohlingen oder als komplette Spezialanfertigung hergestellt.

Die berühmten Senk-, Spreiz- oder Knickfüße sind klassische Diagnosen, bei denen eine orthopädische Einlage verordnet wird. Vom ersten Maßnehmen am Patienten bis zum letzten Schliff an der Einlage ist Sorgfalt gefragt, sagt Orthopädieschuhmachermeister Axel Härtig vom Zentralverband Orthopädie-Schuhtechnik.

Geht es zum Beispiel nur um eine leichte Unterstützung bei Ermüdungserscheinungen, dann könne man durchaus zu einer Einlage „von der Stange“ greifen, sagt Dr. Jürgen Eltze vom Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Einen Rohling ohne jede Nachbearbeitung über die Ladentheke zu geben, ist nach Angaben der Experten aber fachlich kaum vertretbar. „Kein Fuß gleicht hundertprozentig dem anderen“, so Härtig. Deshalb sollte jeder Fuß mit einer individuellen Einlage versorgt werden.

Fußabdruck und Haltungsanalyse

Dazu muss erst einmal Maß genommen werden: Entweder wird ein Formabdruck des Fußes gemacht oder – oft auch zusätzlich – ein „Blauabdruck“, bei dem sich Fußgewölbe und eventuelle Druckstellen durch eine Blaupause abzeichnen. Die modernste Möglichkeit: Ein Scanner tastet die Fußsohle mit einem feinen Laserstrahl ab. „Man darf aber nicht den Fehler begehen und den Menschen nur bis zum Knöchel betrachten“, erläutert Axel Härtig – das gesamte „Fahrgestell“ sei wichtig. Dazu gehören auch das Gangbild und die Körperhaltung.

Je nachdem, was die Einlage leisten soll (und auch, was sie kosten darf), wird sie dann individuell gefertigt: Ein industriell vorgefertigter Rohling kann nachbearbeitet werden oder die Einlage wird aus verschiedenen Materialien aufgebaut. „Man kann unterschiedliche Härten erreichen, zum Beispiel mit Schäumen oder Platten“, erklärt Axel Härtig. Leder, Kork und verschiedene Kunststoffe kommen zum Einsatz. Es können stützende Elemente eingebaut, Lasten umverteilt und Abpolsterungen erreicht werden. Eine Trittdämpfung ist laut Härtig Trend bei Einlagen.

Computertechnik fräst Einlagen passgenau

Auch modernste Technik hat inzwischen in der Herstellung von orthopädischen Einlagen Einzug gehalten: In einer speziellen Fräse werden Kunststoffe computergestützt zu maßgeschneiderten Einlagen gefräst.

Eine Besonderheit stellen sogenannte sensomotorische (neurologische) Einlagen dar: Sie sollen den Fuß nicht direkt stützen, betten oder seine Stellung korrigieren, sondern Reizpunkte auf der Fußsohle stimulieren und damit die Spannung in der Muskulatur verändern. Damit habe man zum Beispiel bei Kindern mit spastischen Lähmungen gute Erfahrungen gemacht, so Härtig.

Sporteinlagen, deren spezielle Polsterungen und Stützen den Fuß je nach Sportart optimal unterstützen und so die Leistung steigern sollen, werden nicht von den Kassen bezahlt.

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