Wie die „Chemo“ den Alltag verändert
Krebspatienten müssen während und nach der Therapie mit Einschränkungen rechnen.
(dbp/spo) Der Kampf gegen den Krebs fordert Opfer: Patienten müssen bei einer Chemotherapie oft nicht nur Haare und Gewicht lassen, sondern sich auch auf andere Einschränkungen in ihrem Lebensalltag einstellen. Je mehr sie darüber wissen, desto besser können sie damit umgehen.
Haarausfall, Erbrechen, Nagel- und Schleimhautschäden gehören zu den bekanntesten Nebenwirkungen der Behandlung mit Zytostatika (Krebsmedikamenten). Ob und in welcher Stärke sie auftreten, hängt sehr von der Art der eingesetzten Medikamente und deren Dosis ab.
Die Fruchtbarkeit kann leiden
Darüber hinaus kann eine Chemotherapie sich auf die Fruchtbarkeit der Patienten auswirken. Bei Männern ist es zum Beispiel möglich, dass die Samenqualität und damit die Zeugungsfähigkeit abnimmt. Jüngere Frauen werden teils mithilfe von Hormonspritzen in künstliche Wechseljahre versetzt. Der Grund: Dieser „Zwangsruhestand“ für die Eierstöcke soll unreife Eizellen vor den Medikamenten der Chemotherapie schützen.
Wie hoch das Risiko für eine dauerhafte Störung der Fruchtbarkeit auch nach Ende der Therapie ist, kann im Einzelfall nur der behandelnde Arzt einschätzen. Für Paare, die sich auf jeden Fall noch Kinder wünschen und auf Nummer sicher gehen wollen, gibt es die Möglichkeit, vor Behandlungsbeginn Samen- beziehungsweise Eizellen (befruchtet oder unbefruchtet) einzufrieren.
Unter der Chemotherapie kommt es bei vielen Patienten außerdem zu starken Erschöpfungszuständen (medizinisch: Fatigue) – sei es bedingt durch die Behandlung, durch die Erkrankung selbst oder die daraus resultierende psychische Belastung. Oft können regelmäßige Bewegung und moderater Sport die Erschöpfung lindern, teils sind auch Medikamente und eine psychologische Betreuung sinnvoll.
Nicht rauchen und gesund ernähren
Nach Angaben des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer am Universitätsklinikum Freiburg können Patienten auch selbst dazu beitragen, die Chemotherapie möglichst erfolgreich zu gestalten. Wichtig sei vor allem die persönliche Einstellung: So sollte der Krebs und nicht die Chemotherapie als Gegner angesehen werden. Hilfreich ist zudem eine positive vertrauensvolle Haltung zum Behandlungsteam.
Darüber hinaus ist es nach Klinikangaben sinnvoll, möglichst nicht oder nur wenig zu rauchen und Alkohol zu trinken. Da die starken Krebsmedikamente dem Körper bereits einiges abverlangen, sollte er nicht zusätzlich belastet werden.
Die Ernährung sollte ausreichend Ballaststoffe enthalten, um Verstopfung zu vermeiden, außerdem viel Obst und Gemüse sowie 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag – wie bei Gesunden auch. Chemopatienten dürfen im Grunde genommen essen, worauf sie gerade Lust haben. Besser als wenige große Mahlzeiten sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Und: Studien belegen, dass Patienten, die in Maßen Sport treiben, die Nebenwirkungen der Chemotherapie besser wegstecken. Extrembelastungen sollten jedoch vermieden werden.


