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Wie Ärzte stolpernde Herzen erkennen

Ein EKG legt Störungen des Herzschlags offen – sofern sie während der Untersuchung auftreten. (Foto: Nyul/Fotolia)Ein EKG legt Störungen des Herzschlags offen – sofern sie während der Untersuchung auftreten. (Foto: Nyul/Fotolia)

Besteht der Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung, ist die Diagnostik gefragt. Meist genügt ein EKG, um das Problem aufzuspüren. In schwierigeren Fällen kommen Ereignisrekorder zum Einsatz.

Viele Patienten, die an Herzrhythmusstörungen leiden, wissen gar nichts davon, weil sie nichts bemerken. Andere spüren ihren unregelmäßigen Herzschlag, das Stolpern oder die Extraschläge, manche haben sogar weitaus stärkere Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen, Bewusstseinsstörungen oder sind in ihrer körperlichen Leistung eingeschränkt. Dann ist der Gang zu einem Kardiologen dringend angeraten.

Das EKG macht Unregelmäßigkeiten sichtbar

Um zu klären, ob die Rhythmusstörungen harmlos oder gefährlich sind, werden verschiedene diagnostische Verfahren genutzt, sagt Professor Dr. Bernhard Maisch, Direktor der Klinik für Kardiologie am Uniklinikum Marburg. Am Anfang stehen das Patientengespräch und eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems. Gibt es Hinweise auf eine Herzerkrankung, steht deren Diagnose und Behandlung im Vordergrund, bevor die Rhythmusstörung rein symptomatisch therapiert wird.

Mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) lässt sich laut der Deutschen Herzstiftung in den meisten Fällen bereits eine Diagnose stellen – falls die Rhythmusstörungen in dem Zeitraum auftreten, in dem es durchgeführt wird. Ein EKG ist die Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzens über Elektroden, die auf die Brust geklebt werden. Ein Belastungs-EKG findet unter kurzzeitiger körperlicher Anstrengung statt, bei einem Langzeit-EKG trägt der Patient über einen längeren Zeitraum ein kleines Aufzeichnungsgerät bei sich – normal sind 24 Stunden, es sind aber bis zu sieben Tage möglich.

Ereignisrekorder im Mini-Format

Auch sogenannte Ereignisrekorder (Event-Rekorder) können Rhythmusstörungen aufspüren – zum Beispiel, wenn das EKG in der Praxis keinen Aufschluss gebracht hat. Externe EKG-Geräte, die nur so groß wie eine Scheckkarte oder sogar noch kleiner sind, werden hier vom Patienten selbst aktiviert, wenn Beschwerden auftreten. Implantierbare Geräte werden zur Diagnostik vor allem dann angewandt, wenn ein Patient bereits einen Bewusstseinsverlust (Synkope) erlitten hat und auch Langzeit-EKGs zuvor kein Ergebnis gebracht haben, erklärt Professor Maisch.

Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) schließlich ist eine spezielle Katheter-Untersuchung, die insbesondere dann durchgeführt wird, wenn eine Rhythmusstörung durch ein EKG bereits nachgewiesen und eine sogenannte Katheterablation (der Verödung bestimmter Stellen im Herzen) als Therapie angebracht ist.

Auch wenn man Herzrhythmusstörungen nicht direkt verhindern kann – ein gesundes Leben kann laut Professor Bernhard Maisch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, die meist verantwortlich für die Störungen sind. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie das Vermeiden von negativem Stress und Übergewicht senken das Erkrankungsrisiko. Und damit indirekt auch das Risiko, Herzrhythmusstörungen zu entwickeln.

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