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Was kommt nach dem “Schlag”?

Ein Schlaganfall kann zu Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Schluck- oder Sprachstörungen führen. Deswegen ist eine intensive Rehabilitation unerlässlich. (Foto: Y. Arcurs/Fotolia)Ein Schlaganfall kann zu Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Schluck- oder Sprachstörungen führen. Deswegen ist eine intensive Rehabilitation unerlässlich. (Foto: Y. Arcurs/Fotolia)

Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen bei Erwachsenen. Je nach Schwere der Schädigung kann eine Rehabilitation das Handicap mildern oder sogar heilen.

„Wir unterscheiden als Auslöser des Krankheitsbilds Durchblutungsstörungen im Gehirn sowie Blutungen ins Gehirn“, erläutert Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Leiter der Universitätsklinik für Neurologie in Essen. Durchblutungsstörungen sind die häufigere Ursache für Schlaganfälle und haben nach Angaben des Professors oft halbseitige Lähmungen, Schluck- und Sprachstörungen, einen halbseitigen Ausfall des Gesichtsfelds sowie ein halbseitiges taubes Gefühl in Armen und Beinen zur Folge.

Lähmungen und neurologische Ausfälle

„Die Blutungen ins Gehirn wiederum“, erklärt Dr. Diener, „verursachen in der Regel starke Kopfschmerzen und schwere neurologische Ausfälle bis hin zum Koma.“ Auslöser ist ein Riss in einer Hirnarterie, das Blut fließt dann unter hohem Druck ins Gewebe und beschädigt es stark. Ursache solcher Gefäßrisse sind meist Vorschädigungen der Gefäßwand durch eine Arteriosklerose oder ein erhöhter Blutdruck.

Je nachdem, in welchem Hirnareal der Schlaganfall aufgetreten und wie viel Zeit bis zur Behandlung im Akutkrankenhaus vergangen ist, kann die spätere Behinderung unterschiedlich schwer ausfallen. In begrenztem Umfang lässt sie sich durch gezielte Reha behandeln. „Der Erfolg jeder Therapie ist jedoch sehr von der individuellen Störung abhängig“, grenzt Professor Diener ein.

Frühzeitig mit der Reha beginnen

Egal, um welche Art des Schlaganfalls es sich handelt: „Die frühzeitige Rehabilitation ist von zentraler Bedeutung und entscheidet mit darüber, ob der Patient zurück ins Leben findet“, sagt Professor Diener.

Dabei spiele der kombinierte Einsatz von Physio-, Ergo- und Sprachtherapie (Logopädie) eine große Rolle. „Entscheidend für den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme“, sagt Professor Diener, „ist auch die aktive Mitarbeit des Betroffenen und seiner Angehörigen.“

In der Rehabilitationsklinik bekommt der Patient nach der Akutbehandlung Anregungen, wie er bestimmte Funktionsstörungen ausgleichen kann. Es ist jedoch extrem wichtig, dass er zu Hause weiter trainiert. Deshalb empfiehlt Professor Diener, eine möglichst nahegelegene Rehaklinik zu wählen, damit die Angehörigen von Anfang an in die Behandlung einbezogen werden können.

Die Geduld nicht verlieren

„Früher hat man bei Funktionsstörungen behauptet, was sich nach einem Jahr nicht verbessert hat, kommt nicht wieder“, sagt der Neurologe. Heute wüssten die Mediziner, dass das nicht stimmt: Wer regelmäßig übt, könne auch noch nach Jahren Verbesserungen erzielen.

Im Übrigen sei Deutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern Vorreiter im Bereich der Rehabilitation. Nirgendwo sonst gebe es flächendeckend so viele Rehakliniken wie hier. Darüber hinaus sei die Qualität der ärztlichen Ausbildung sehr gut.

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