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Was kann die Telemedizin leisten?

Patientenbetreuung durch den Computer? Sowohl die Übertragung von Vitaldaten als auch Gespräche sind möglich. (Grafik: MSFotodesign/Fotolia)Patientenbetreuung durch den Computer? Sowohl die Übertragung von Vitaldaten als auch Gespräche sind möglich. (Grafik: MSFotodesign/Fotolia)

Nachgeforscht: So funktioniert die Patientenbetreuung aus der Ferne.

Eine ärztliche Rundum-Versorgung auch außerhalb der Sprechstunde? Das klingt besonders für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie ein Traum. Die Telemedizin, also die ärztliche Betreuung aus der Ferne, könnte diesen Traum ein Stück näher bringen. Doch, was steckt eigentlich dahinter?

Was ist Telemedizin? Telemedizin ist laut Definition die „Erbringung medizinischer Dienstleistungen in Überwindung räumlicher Entfernungen durch Zuhilfenahme moderner Informations- und Kommunikationstechnologien“. Das kann zum Beispiel die Überwachung der Vitalwerte (Blutdruck, Puls, Gewicht) eines Patienten aus der Ferne sein, in dem die Messergebnisse elektronisch an eine Zentrale weitergeleitet werden. Oder aber das Zuschalten eines Experten zu einer Behandlung an einem ganz anderen Ort. Möglich sind auch Arzt-Patienten-Gespräche via Webcam.

Wie viel davon wird schon umgesetzt?

Überwiegend wird die Telemedizin derzeit in Pilotprojekten getestet. Es gibt aber bereits einige Modelle, die von den Krankenkassen getragen werden – etwa die Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Dabei tragen die Betroffenen zum Beispiel einen Herzschrittmacher, der per Mobilfunk automatisch EKG-Werte an ein Empfängergerät sendet. Von dort laufen sie in eine Zentrale ein, wo sie regelmäßig von einem Kardiologen analysiert werden. Er berät daraufhin den behandelnden Arzt als Konsiliararzt bei der Therapie.

Welche Vorteile soll die Telemedizin bringen?

Die Versorgungsqualität könnte besonders für Chroniker verbessert werden. Diagnosen werden geschärft, da viele Daten vorliegen. Dementsprechend kann die Therapie besser angepasst werden und auf erste Anzeichen von Komplikationen schneller reagieren. Zudem würde medizinisches Spezialwissen an Orten abrufbar, an denen es bisher nicht verfügbar ist. Ärzte könnten Zeit sparen, indem sie den „Überwachten“ regelmäßig kurze Telefonsprechstunden anbieten. Langfristig sparen die gesetzlichen Krankenkassen durch die bessere Versorgung Geld, rechnen Experten vor. Und letztlich ist die Telemedizin für deutsche Medizintechnikfirmen ein milliardenschwerer Markt.

Welche Probleme gibt es?

Die Bundesärztekammer sieht die Telemedizin als sinnvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung, nicht als deren Ersatz. Sie befürchtet allerdings, dass die Politik das Ganze nur als Chance zur Kostenersparnis und mögliche Lösung des Ärztemangels in ländlichen Regionen sieht. Ein wichtiger Kritikpunkt ist der Datenschutz, der bei der Übermittlung sensibler Patientendaten erst einmal gewährleistet sein muss.

Werden wir Ärzte bald nur noch auf dem Monitor sehen?

In absehbarer Zeit sicher nicht. Einer Umfrage des Allensbach-Instituts zufolge glauben zwar 87 Prozent der deutschen Ärzte, dass die Telemedizin zunehmend an Bedeutung gewinnt. Um effektiv zu sein, müsste sie aber flächendeckend in Kliniken und Praxen genutzt werden. Bis dahin sind noch viele Hürden zu meistern – vom Aufbau einer guten Infrastruktur mit kompatiblen Geräten bis zur Qualitätssicherung der Behandlung. Und wie ein solches flächendeckendes Angebot finanziert werden  soll, steht auch noch in den Sternen.

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