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Visuelle Reize steuern das Essverhalten

407963_original_R_K_by_Birgit Winter_pixelio.deBeim Anblick leckerer Speisen läuft nicht nur das Wasser im Mund zusammen, sondern es werden auch Wachstumshormone ausgeschüttet. (Foto: Birgit Winter / Pixelio)

(dbp/cwr) Wer abnehmen möchte, sollte sich keine Bilder von Leckereien anschauen.

Denn was viele schon lange ahnten, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München nun nachgewiesen: Allein das Betrachten von köstlichen Speisen macht Appetit, beeinflusst das Hungergefühl und somit das Essverhalten.

Eine Arbeitsgruppe um den Wissenschaftler Axel Steiger hat für die Studie gesunde Männer untersucht. Diese schauten sich verschiedene Bilder an. Auf einigen waren leckere Speisen zu sehen, andere zeigten Gegenstände, die nichts mit Essen zu tun hatten. Gleichzeitig maßen die Forscher die Konzentration verschiedener Hormone im Blut, die alle an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, darunter Ghrelin, Leptin und Insulin. Das Ergebnis: Wurde den Probanden ein Bild einer Speise gezeigt, stieg die Konzentration von Ghrelin an.

Optische Reize machen  Appetit

„Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin auch durch äußere Faktoren gesteuert wird“, sagt Petra Schüssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut. Eine Kettenreaktion werde in Gang gesetzt – vollkommen ohne willentliche Kontrolle: Das Gehirn verarbeitet die optischen Reize und starte die körperlichen Prozesse, die das Appetitempfinden steuern. „Ein Mechanismus, der uns dazu verleiten könnte, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren“, so Schüssler. Der Mensch esse also, obwohl sein Körper diese Energie gar nicht benötige. Die Wissenschaftler vermuten, dass die allgegenwärtige Präsenz von appetitanregenden Lebensmitteln in den Medien dazu beitragen könnte, dass die Menschen in den westlichen Ländern immer dicker werden. Ihr Rat an Männer und Frauen mit Gewichtsproblemen: Den Anblick von Bildern mit leckerem Essen möglichst vermeiden.

Info: Ghrelin

Der Name Ghrelin ist ein Akronym und steht für Growth Hormone Release Inducing, das bedeutet: Ghrelin leitet die Freisetzung von Wachstumshormonen ein. Ghrelin steigert den Appetit, steuert das Essverhalten sowie zahlreiche weitere körperliche Prozesse; nicht nur solche, die mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängen.

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