Viel Bewegung hilft, Thrombosen zu vermeiden
Viel Bewegung beugt bei Risikopatienten einem Blutstau in den Venen und damit einer Thrombose vor. (Foto: Ch. Nuzzaco/Fotolia)Blutgerinnsel kommen häufig in Beinvenen vor / Tipps zur Prophylaxe
Krampfadern solle man behandeln, bevor sie Beschwerden verursachen – das empfiehlt Professor Dr. Hans-Joachim Günther, Präsident der Deutschen Gesellschaft Venen sowie Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie in Nürnberg. So lässt sich auch das Risiko, dass sich eine gefährliche Thrombose entwickelt, deutlich senken. Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einer Blutader, die am häufigsten in den Bein- und Beckenvenen auftritt. Mediziner unterscheiden zwischen einer gefährlichen Thrombose der tiefen Beinvenen und einem weniger gefährlichen Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen. „Im tiefen Venensystem ist das Risiko groß, dass sich das Gerinnsel löst und mit dem Blutstrom die Lungenarterien verstopft“, erläutert Professor Günther. Durch die Lungenembolie komme es zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung der Organe, zu einer Überlastung des Herzens und damit oft zu einem „Sekundenherztod“.
Bei starker Schwellung sofort zum Arzt
Bei einer Thrombose der tiefen Beinvenen schwillt das Bein stark an, es gibt einen heftigen Spannungsschmerz und manchmal kommt es dem Professor zufolge zu einer Blauverfärbung und Überwärmung der betroffenen Gliedmaßen. „In einem solchen Fall muss unverzüglich ein Facharzt oder Krankenhaus aufgesucht werden“, rät er. Die Diagnose erfolge mit Ultraschall; wenn sich der Thromboseverdacht bestätigt, muss sofort eine medikamentöse Auflösung des Gerinnsels (Lyse) oder eine Operation folgen.
Die Gefahr einer venösen Thrombose ist immer dann groß, wenn sich das Blut in den Beinen staut. Das kann während einer langen Flugreise geschehen, bei bettlägerigen Menschen oder bei Patienten mit einem Druck- oder Gipsverband.
Bei Menschen, die sich wenig bewegen, verlangsamt sich der Blutstrom. Wenn daraufhin die Muskel-Venen-Pumpe nicht mehr richtig arbeitet, versackt das Blut in den Venen und wird nicht mehr in Richtung Herz gepumpt. „Langes Sitzen sowie allgemeiner Bewegungsmangel begünstigen die Thrombosebildung“, sagt Professor Günther. Gleiches gilt für erbliche Blutgerinnungsstörungen, Infektionskrankheiten, Operationen sowie die Einnahme von östrogenhaltigen Hormonpräparaten. Und das Thromboserisiko steigt auch mit dem Alter.
Stützstrümpfe und kalte Duschen
Nicht jede Thrombose ist gefährlich. Bei der oberflächlichen Thrombophlebitis handelt es sich meist um eine Komplikation der Krampfadern. Die Adern sind dann nicht weich, sondern hart und schmerzhaft. „Dann liegt eine Entzündung vor, die mit einem Antibiotikum behandelt und dann durch eine Operation entfernt werden muss“, sagt Professor Günther.
Wer eine Thrombose verhindern will, sollte sich viel bewegen (Schwimmen, Radfahren, Gehen), die Gliedmaßen kalt duschen und ausreichend trinken. Nach einer Operation sollten zumindest eine gewisse Zeit Stützstrümpfe getragen werden. „Wer langes Stehen oder Sitzen, Rauchen und Übergewicht vermeidet“, sagt Professor Günther, „trägt viel dazu bei, dass eine Thrombose gar nicht erst entsteht.“ Als Prophylaxe gelte auch, nicht länger als vier Stunden zu fliegen und Krampfadern vor einem längeren Flug von einem Gefäßarzt untersuchen zu lassen.

