Thrombose, Krampfader & Co.
Wenn Beine plötzlich dick werden und schmerzen, kann ein Venenleiden die Ursache sein. (Foto: freephoto/Fotolia)Jeder achte Deutsche leidet nach Angaben der Deutschen Venen-Liga an einer chronischen Venenerkrankung. Längst nicht jeder, der Schmerzen oder schwere Beine hat, ist venenkrank. Doch erste Symptome sollten immer ernst genommen und vom Haus- oder Facharzt, dem Phlebologen, untersucht werden.
Der Fachbegriff Phlebologie steht für die Venenheilkunde und ist vom altgriechischen Wort „ phlebes“ für Vene abgeleitet. Die Venerologie bezeichnet hingegen (in Anlehnung an die Liebesgöttin Venus) das Gebiet der Geschlechtskrankheiten.
Transportwege müssen fit sein
Hintergrund: Über Herz und Lunge wird unser Körper mit Blut und dadurch mit Sauerstoff versorgt. Aber auch die Blutadern, das Transportsystem des Körpers, müssen fit sein.
Innerhalb des Blutkreislaufs transportieren die Arterien sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg in alle Teile des Körpers. Die Venen pumpen das „verbrauchte“ Blut schließlich wieder zum Herzen zurück. Große Leitvenen im Innern der Beine sind über Verbindungen an das oberflächliche Hautvenensystem gekoppelt. Zahlreiche Ventilklappen sorgen für die Regulierung des Blutstroms.
Venenleiden entstehen meist dann, wenn die Ventilklappen ihre Aufgabe nicht mehr gut genug erfüllen können.
Akute und chronische Leiden
Mediziner unterschieden zwischen akuten Venenerkrankungen, zum Beispiel Thrombosen, und chronischen Formen, wie etwa den Krampfadern, sagt Professor Eberhard Rabe, Vorsitzender der Deutschen Venengesellschaft.
Einer Thrombose voraus gehen oft Entzündungen im oberflächlichen Venensystem (Thrombophlebitis). Sie verursachen sichtbare strangförmige Rötungen, die oft mit Druckschmerz einhergehen. Therapiert werden sie mit Hilfe von Kompressionsverbänden und der Gabe eines blutverdünnenden Mittels (Heparin).
Thrombosen sind gefährlich
Tut ein Bein plötzlich weh und wird dick, muss möglichst rasch eine tiefe Venenthrombose, also die Bildung eines Blutpfropfens ausgeschlossen werden. Dieser kann sich nämlich lösen und in der Lunge Arterien blockieren – eine potenziell tödliche Gefahr.
Auch hier steht der Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten im Vordergrund. 90 Prozent der Betroffenen können ambulant behandelt werden, sagt Professor Rabe. Nur schwere Thrombosen müssen unter Umständen operativ ausgeräumt werden.
Am häufigsten sind Krampfadern
Den „größten Batzen“ der chronischen Venenleiden machen laut Rabe die Krampfadern aus, die durch eine – entweder genetisch oder altersbedingte – Venenschwäche entstehen. Die Bandbreite reicht hier von kleinen Besenreißern bis zu schwer geschädigten Venen, die zum offenen Bein führen können. Je nach Erkrankungsgrad können Krampfadern verödet oder operiert werden.
Ein Venenleiden kann grundsätzlich jeden treffen. Das Risiko steigt aber mit dem Alter und auch für Frauen in der Schwangerschaft.
Besonders für Krampfadern gibt es laut Professor Rabe keine wirkliche Prophylaxe. Mit viel Bewegung und dem Abbau von Übergewicht tut man aber den Venen in jedem Fall Gutes.

