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Süßungsmittel: Zu Unrecht in der Kritik

gd_Ernaehrung_Zuckerersatzstoffe_Harry Hautumm_pixelioMakroaufnahme einer Süßstofftablette, die sich in einem Tropfen Wasser auflöst. (Foto: Harry Hautumm / pixelio)

(dbp/kmh) Wer auf Zucker verzichten möchte oder muss, kann auf Alternativen aus der Gruppe der Süßstoffe oder aus der Familie der Zuckeraustauschstoffe zurückgreifen.

Kalorienfrei und zahnschonend – das sind die EU-weit zugelassenen zehn Süßstoffe. Wenn in der Zutatenliste Acesulfam-K, Aspartam, Aspartam-Acesulfam-Salz, Cyclamat, Neohesperidin DC, Neotam, Saccharin, Sucralose, Steviol-Glycoside oder Thaumatin steht, handelt es sich um einen Ersatz für Zucker, also Zuckerersatzstoffe.

Süßstoffe:

Trotz der etwas sperrigen Namen – die Stoffe, die in Getränken, Kaugummi und Bonbons zum Einsatz kommen, sind nach heutigem Wissensstand gesundheitlich unbedenklich, so lange sie nicht in übermäßigen Mengen konsumiert werden. Das kann beispielsweise bei Essstörungen wie Bulimie oder demenzkranken Menschen der Fall sein. Jeder der EU-weit zugelassenen Süßstoffe hat eine tägliche Höchstdosis (Acceptable Daily Intake, ADI), bis zu der keine unerwünschten Wirkungen auftreten. Auch Aspartam, das immer wieder mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht wird, ist laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für gesunde Menschen unbedenklich. Die EFSA überprüft die Sicherheit von Aspartam regelmäßig.

Doch im Süßstoffland kursieren immer wieder Gerüchte. Zum Beispiel das von der angeblich appetitanregenden Wirkung. Warum sonst werden Süßstoffe in der Kälber- und Ferkelmast eingesetzt? Mit der Süßstoffzugabe wird den Tieren der Übergang von der süßen Muttermilch zur festen Nahrung buchstäblich schmackhaft gemacht. Das heißt, Süßstoffe machen nicht dick, sie können aber natürlich bei ständigem Verzehr an den süßen Geschmack gewöhnen.

Eine weiteres Vorurteil lautet, dass Süßstoffe Blähungen und Durchfall hervorrufen. Das trifft für die Zuckerersatzstoffe nicht zu, wohl aber können Zuckeraustauschstoffe solche Verdauungsbeschwerden auslösen.

Zuckeraustauschstoffe:

Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören Fructose (Fruchtzucker) und die Zuckeralkohole Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit und Erythrit. Sie enthalten im Schnitt etwa 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker, Erythrit ist sogar kalorienfrei. Seine Süßkraft liegt etwa bei 70 Prozent im Vergleich zu Haushaltszucker.

Beim Kochen und Backen haben die Zuckeraustauschstoffe den Vorteil, dass sie wie Haushaltszucker verwendet werden können. Der Nachteil: sie sind deutlich teurer. Außerdem können haben sie bei empfindlichen Personen oder bei übermäßigem Verzehr zu Verdauungsstörungen führen. Eine festgelegte tägliche Höchstdosis (ADI) gibt es allerdings für sie nicht.

Alle Zuckeraustauschstoffe haben einen leicht bis stark verminderten Einfluss auf die Kariesentstehung. Besonders geschätzt wird deswegen Xylit, dem sogar eine kariesbekämpfende Wirkung zugeschrieben wird.     

 

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