So erkennen Ärzte Tumoren an der Prostata

Die Krebs-Früherkennung der Prostata sollte ab 40 für jeden Mann auf dem Programm stehen. (Foto: Doc RaBe/Fotolia)
Die Krebs-Früherkennung der Prostata sollte ab 40 für jeden Mann auf dem Programm stehen. (Foto: Doc RaBe/Fotolia)

Der Berufsverband der Deutschen Urologen rät Männern ab 40, zur Vorsorge zu gehen.

Männer sind Vorsorgemuffel: Nur 14 Prozent von ihnen nehmen Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen wahr. Das ist tragisch, denn jedes Jahr erkranken rund 60.000 Männer an Prostatakrebs und rund 12.000 sterben an der Erkrankung. Dabei ist die Krankheit im frühen Stadium gut heilbar. Mit den richtigen Methoden kommen Urologen den Tumoren zuverlässig auf die Spur. Leider gibt es keine frühen Warnsymptome, die erste Hinweise auf die bösartige Erkrankung geben. „Deshalb ist es wichtig, dass Männer ab dem 40. Lebensjahr ihre Prostata auf bösartige Veränderungen untersuchen lassen“, empfiehlt Dr. Wolfgang Bühmann, Facharzt für Urologie und Sprecher des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BDU). Das sei der einzige und auch beste Schutz gegen Prostatakrebs. Denn wenn der Krebs fortgeschritten sei und sich in Nachbarorganen angesiedelt habe, sei eine Heilung nicht mehr möglich.

Untersuchungen zur Früherkennung

Die Prostata liegt direkt unter der Harnblase und kann vom Enddarm aus vom Urologen mit den Fingern gut getastet und beurteilt werden (rektale Palpation). Die Tastuntersuchung bietet eine wenig belastende Möglichkeit, oberflächlich gelegene Karzinome zu erkennen. Allerdings reicht sie zur alleinigen Früherkennung nicht aus, da sich durch das Tasten nur Tumoren erkennen lassen, die bereits eine gewisse Größe erreicht haben.

„Daher wird über eine Blutabnahme zusätzlich der PSA-Wert bestimmt“, sagt Dr. Bühmann. PSA ist ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird und dessen Menge bei einer Prostataerkrankung erhöht sein kann. Ein erhöhter Wert liefert lediglich einen Verdacht, umgekehrt ist ein niedriger Wert kein Garant für Tumorfreiheit. Leider schlägt der Test auch oft unbegründeten Alarm. Daher ist es notwendig, den PSA-Wert längerfristig zu betrachten, um dann Hinweisen auf Abweichungen nachzugehen. Sollte sich der Verdacht auf einen Tumor erhärten, wird mit einer feinen Nadel eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie).

Intensive Tumorerforschung

Weitere Untersuchungsmethoden veranlasst der Arzt nur, wenn sich der Krebsverdacht durch eine Biopsie bestätigt. Dazu gehört beispielsweise eine Szintigrafie, bei der die Knochen auf Metastasen untersucht werden. Die Szintigrafie liefert Bilder, indem schwach radioaktive Stoffe in die Blutbahn gespritzt werden. Sie machen Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar. Auch eine Bestimmung des Tumorgewebes durch den Pathologen wird in Auftrag gegeben, weil von der genauen Tumorbestimmung die Therapie abhängig ist.

In der Forschung wird intensiv an Verbesserungen zum PSA-Test gearbeitet. Gesucht wird nach Merkmalen, die sicherer auf eine Krebserkrankung hinweisen. Denn es ist möglich, dass der PSA-Wert deutlich erhöht ist, sich aber bei der Biopsie kein Tumorgewebe findet. Für die betroffenen Männer ist das dann sehr belastend.

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