Schädelfehlbildungen bei Kindern: Modell soll Operation erleichtern
Der Prototyp des Schädelmodells von Dr. Ernst-Johannes Haberl von der Charité Universitätsmedizin. (Foto: Synthes, Charité)(dbp/cwr) In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 650 Kinder mit einer Schädelfehlbildung, einer sogenannten Kraniosynostose, geboren.
Um diese genetische Erkrankung zu behandeln, müssen die Kleinen operiert werden – unter Vollnarkose und oft mehrere Stunde lang. Dabei modellieren die Chirurgen eine optimale Kopfform, indem sie Schädelpartien neu zusammensetzen. Der Erfolg des Eingriffs ist bislang einzig und allein von den Vorstellungen des Arztes und dessen Geschick abhängig. Das soll sich jetzt ändern.
Wie die ipal GmbH im Auftrag der Charité mitteilt, hat der Kinderneurochirurg Dr. Ernst-Johannes Haberl von der Charité Universitätsmedizin in Berlin ein dreidimensionales Modell eines Kinderschädels entwickelt, mit dem sich Fehlbildungen des Kopfes einfacher behandeln lassen sollen. Diese Vorlage gibt die optimale Form vor und soll zur Modellierung der Schädelknochen verwendet werden. Dadurch können Risiken minimiert und bessere ästhetische Ergebnisse erzielt werden.
„Unsere kleinen Patienten kommen bei einer Operationszeit von vier bis sechs Stunden an die Belastungsgrenze“, sagt Haberl. Diese Zeit könne mit einem Modell um mindestens 25 Prozent reduziert werden, da sich der Chirurg nicht erst schrittweise an die optimale Schädelform herantasten müsse. So würden auch Korrektureingriffe vermieden. In den nächsten soll Jahren der Prototyp des Schädels verbessert werden. Ziel ist, dem behandelnden Arzt eine breite Auswahl an Modellen zur Verfügung zu stellen, damit für jedes Kind das am besten geeignete zum Einsatz kommt.
Das Projekt wird von der Investitionsbank Berlin gefördert. Deren Technologie-Entwicklungs-Fonds investiert insgesamt etwa eine halbe Million Euro in die Entwicklung des Modells.

