Rheuma: Die Gelenke schonend trainieren
Ein bisschen Sport zu treiben ist nicht nur für gesunde Menschen, sondern vor allem für Rheumatiker wichtig. (Foto: Kzenon/Fotolia) Was Rheumatiker beim Sport treiben beachten müssen.
Trainieren, auch wenn die Gelenke schmerzen – das mag widersinnig klingen, ist für Rheuma-Patienten aber von elementarer Bedeutung. Wie genau die Bewegung aussieht, ist vom Krankheitsbild und von den persönlichen Beschwerden abhängig, sagt Professor Dr. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Erster Rat der Expertin: Sich nicht überfordern! „Die Gelenke sollten natürlich niemals über die Schmerzgrenze hinaus bewegt werden“, so Professor Gromnica-Ihle. Außerdem ist für jeden Rheumatiker vor dem Training ein gründliches Aufwärmen nötig. Alle Bewegungen und Sportarten, die mit starken Stößen auf die Gelenke verbunden sind, seien grundsätzlich ungeeignet – etwa Squash oder ein Ski-Abfahrtslauf. Fehlhaltungen, Erschütterungen und einseitige Belastungen sollten vermieden werden. Und: Bei einem akuten Entzündungsschub verbietet sich das Muskeltraining ganz.
Keine Stöße auf die Gelenke riskieren
Wenn es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, ist mit diesen Einschränkungen gewissermaßen erlaubt, was gefällt – im Zweifel eben ein wenig modifiziert. Wer gerne im Schnee unterwegs ist, sollte sich auf den Langlauf verlegen. Nicht einmal gegen leichte Ballspiele sei etwas einzuwenden, so Professor Gromnica-Ihle. Keinesfalls schaden könne ein flotter Spaziergang oder leichtes Walken.
Fahrradfahren sei zu empfehlen, weil auf dem Rad die Gelenke bewegt werden, ohne dass das Körpergewicht auf ihnen lastet. Bewegung im Wasser ist für einen Rheumatiker deshalb ebenfalls von Vorteil. Da beim Brustschwimmen der Kopf meist herausgestreckt wird und die Halswirbelsäule mit ihrer Muskulatur dadurch fehlbelastet werden kann, lautet hier der Rat: Rückenschwimmen.
Funktionstraining in der Gruppe
Besonders geeignet bei Rheuma ist eine Funktionsgymnastik – egal ob im Wasser oder an Land. Es gibt inzwischen in vielen Städten Funktionstrainingsgruppen für Rheumatiker, angeleitet von speziell ausgebildeten Therapeuten. Sie werden zum Beispiel von der Deutschen Rheuma-Liga angeboten. Das Ziel des Trainings ist „Bewegung ohne Belastung“ – die kranken Gelenke sollen beweglich gehalten werden, ohne sie zu überlasten. Für die Teilnahme kann man eine Verordnung vom Arzt bekommen, die Finanzierung übernehmen Krankenkassen aber meist nur für einen bestimmten Zeitraum.
Wichtig ist laut Professor Gromnica-Ihle, Bewegung in den Alltag zu bringen. In ihrer Broschüre „Aktiv gegen den Rheumaschmerz“ empfiehlt die Deutsche Rheuma-Liga zum Beispiel folgende Übungen, die jeder in seinen Tagesablauf einbauen kann:
- „Kniebeuge“: An einer Stuhllehne festhalten, mit einem Fuß (leicht angehobene Ferse) nach hinten gehen und beide Knie beugen und wieder strecken.
- „Nähmaschine“: Sich auf die Stuhlkante setzen, Hände seitlich ablegen und jedes Bein abwechselnd anheben und senken, ohne es auf dem Boden abzusetzen.
- „Katzenbuckel“: Ebenfalls im Sitzen die Hände auf die Knie stützen und den hinteren Rücken nach hinten drücken, Position halten und wieder entspannen.

